VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

    Meldungen

    Mehr bezahlbare Wohnungen

    VNW-Direktor Andreas Breitner: Hamburg muss sich auf den Bau Wohnungen konzentrieren, deren Nettokaltmiete zwischen acht und zehn Euro liegt.

    Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher hat auf einem Landesparteitag der SPD die Bedeutung des Wohnungsbaus betont. Dieser bleibe auch in den kommenden Jahren ein wichtigstes Thema. Dabei verwies der SPD-Politiker auf die mehr als 80.000 Baugenehmigungen, die seit 2011 erteilt worden seien.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Hamburg hat früh die Notwendigkeit des Wohnungsbaus erkannt. Im Rahmen des Bündnisses für das Wohnen wurden seit 2011 in der Elbmetropole fast 40.000 Wohnungen errichtet. Deshalb herrscht in der Hansestadt, auch wenn es Populisten anders sehen, keine Wohnungsnot.

    Allerdings darf sich der Senat nicht auf den guten Ergebnissen ausruhen. Er muss jetzt sein Augenmerk auf den Bau von Wohnungen richten, die sich Haushalte mit mittleren und niedrigen Einkommen leisten können. Es fehlt derzeit besonders an Wohnungen, deren Nettokaltmiete pro Quadratmeter zwischen acht und zehn Euro liegt.

    Die Stadt muss beispielsweise bei der Grundstückvergabe die künftige Bebauung berücksichtigen. Investoren, die über mehrere Jahrzehnte eine Miete unterhalb des Mietspiegels garantieren und einen Weiterverkauf der Grundstücke und Wohnungen ausschließen, sollten bevorzugt werden. Auch ein Preisnachlass ist bei einer Mietengarantie und Auschluss einer Weiterverwertung denkbar.

    Eine Chance bietet das Angebot des Bundes, eigene Flächen verbilligt an die Stadt abzugeben, wenn darauf bezahlbare Wohnungen errichtet werden. Bundesfinanzminister Olaf Scholz kennt als früherer Erster Bürgermeister die Situation in der Stadt sehr gut. Es müsste doch mit dem Teufel zugehen, wenn da nicht rasch geeignete Flächen zu Tage gefördert würden.

    Für die Bestandsmieter ist entscheidend, dass neben der ersten die zweite Miete nicht überdurchschnittlich steigt. Der Senat trägt hier eine besondere Verantwortung. Die hohen Kosten für den Rückkauf der Energienetze dürfen am Ende nicht auf die Mieterinnen und Mieter abgewälzt werden. Hamburg ist eine Mieterstadt und wer bei den Bezirkswahlen im kommenden Jahr gewinnen will, darf die Macht der Mieter und die Bedeutung einer sozialen Wohnungspolitik nicht unterschätzen.

    Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V. vertritt in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 341 Wohnungsgenossenschaften und -gesellschaften. In ihren 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Im Jahr 2017 investierten die VNW-Unternehmen in den drei Bundesländern insgesamt 1,662 Milliarden Euro in die Sanierung, die Modernisierung und den Neubau bezahlbarer Wohnungen.

    Foto: dpa/Axel Heimken