VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Mehr Bauland ausweisen!

    VNW-Direktor Andreas Breitner forderte von den Kommunen Schleswig-Holsteins: Wer bezahlbare Wohnungen will, muss Bauland zur Verfügung stellen.

    In Schleswig-Holstein ist die Ausweisung von Bauland deutlich gesunken. Die Zahl der verkauften Baulandgrundstücke habe sich im Jahr 2017 im Vergleich zu 2016 um fast 15 Prozent von 2097 auf 1795 verringert, heißt es in der jüngsten Veröffentlichung des Statistischen Amtes für Schleswig-Holstein vom Dienstag. Die insgesamt umgesetzte Fläche verringerte sich demnach um sieben Prozent auf 2,75 Millionen Quadratmeter. Die Kaufsumme entsprach mit rund 244 Millionen Euro allerdings in etwa der des Vorjahres.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Das verstehe, wer will: die Errichtung bezahlbarer Wohnungen ist eine der wichtigsten sozialen Fragen unserer Zeit und trotzdem geht der Verkauf von Baulandgrundstücken in Schleswig-Holstein zurück. Statt immer neue bürokratische Regeln aufzustellen, sollten sich die verantwortlichen Politiker darum kümmern, dass die Kommunen ausreichend Grundstücke zur Verfügung stellen. Die im VNW organisierten Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften stehen bereit, bezahlbare Wohnungen zu errichten – wenn man ihnen denn dazu die Möglichkeiten gibt.

    Die Kommunen sollten unbedingt eine aktive Baulandpolitik betreiben und dabei Instrumente nutzen, die sie bereits jetzt an der Hand haben. Sie könnten beispielsweise Flächen auf Vorrat erwerben - entweder, um sie künftig selbst bebauen zu lassen, oder um Tauschflächen zu haben, die für den Wohnungsbau geeignet sind. Denkbar ist auch, in besonders nachgefragten Vierteln einen sogenannten Genehmigungsvorbehalt für die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen einzuführen.

    Ferner führt kein Weg daran vorbei, dass die Kommunen – ähnlich wie in Hamburg – grundsätzlich ihr gesetzlich verbrieftes Vorkaufsrecht ausüben, wenn ein Privatgrundstück den Besitzer wechseln soll. Dabei sollten die Kommunen in jedem Fall prüfen, inwieweit der Grundstückspreis gedeckelt oder der Verkauf an die Auflage gebunden werden kann, dass bezahlbarer Wohnraum erhalten bleibt oder neu geschaffen wird.

    Statt Grundstücke zum Höchstgebot zu verkaufen, können Kommunen mit Hilfe von Konzeptausschreibungen diese zu limitierten Preisen an Unternehmen abgeben, die langfristige Mietpreisbindungen eingehen. Für Transparenz würde zudem ein öffentliches Immobilienregister sorgen.

    Die Veröffentlichung des Statistischen Amtes finden Sie hier.

    Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V. vertritt in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 341 Wohnungsgenossenschaften und -gesellschaften. In ihren 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Im Jahr 2017 investierten die VNW-Unternehmen in den drei Bundesländern insgesamt 1,662 Milliarden Euro in die Sanierung, die Modernisierung und den Neubau bezahlbarer Wohnungen. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    Foto: Fotolia/Fabian