VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Kühlen Kopf bewahren!

    VNW-Direktor Andreas Breitner fordert von der Politik: "In der Krise hilft keine Klassenkampf-Rhetorik, sondern nur besonnenes Handeln."

    41/2020

    Der Vorsitzende der SPD-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft, Dirk Kienscherf, hat die Wohnungswirtschaft aufgefordert, angesichts der Corona-Krise ihren Mieterinnen und Mietern entgegenzukommen und die Mieten auszusetzen. Dabei rückt er die Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften und die am Sozialwohl orientierten Wohnungsunternehmen in die Nähe von Finanzspekulanten, denen der Staat in der Finanzkrise geholfen habe.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Es macht keinen Sinn, die Wohnungsgenossenschaften und am Gemeinwohl orientierte Wohnungsunternehmen wie Stiftungen in die Nähe von Finanzspekulanten zu rücken. Diese arbeiten im Bündnis für das Wohnen fair und in gegenseitigem Vertrauen mit der Stadt zusammen. Die im VNW-organisierten Wohnungsunternehmen errichteten in den vergangenen vier Jahren mehr als 7000 bezahlbare Wohnungen. Sie haben damit erheblich dazu beigetragen, dass Hamburg europaweit zum Vorbild einer sozialen Wohnungspolitik geworden ist. 

    Jetzt gilt es, die Erfolge der vergangenen vier Jahre nicht in vier Wochen zunichte zu machen. Gerade in einer Krise ist es notwendig, kühlen Kopf zu bewahren. In der Krise hilft keine Klassenkampf-Rhetorik, sondern nur besonnenes Handeln. Der Verstand muss weiterarbeiten, denn einfache betriebswirtschaftliche Zusammenhänge bleiben ja in Kraft. Es gilt, auch in der Krise weiter gut zu regieren und an das Morgen zu denken. Und das bedeutet, individuelle Probleme der Mieterinnen und Mieter dürfen nicht 1:1 auf die Vermieter verlagert und damit verallgemeinert  werden. Für individuelle Probleme finden unsere Mitgliedsunternehmen immer auch individuelle Lösungen.

    Auch die Wohnungsgenossenschaften und die am Gemeinwohl orientierten Wohnungsunternehmen sind systemrelevant. Sie garantieren mit ihren bezahlbaren Mieten, dass Menschen mit mittlerem oder geringem Einkommen sich das Wohnen in Hamburg leisten können und sich keine Sorgen vor einer Eigenbedarfskündigung und Luxussanierung machen müssen. Sie garantieren, dass Mieten für viele Menschen nicht unbezahlbar werden. Und sie investieren Jahr für Jahr mehrere Millionen Euro in den sozialen Zusammenhalt in ihren Quartieren. 

    Aber auch Wohnungsgenossenschaften und am Gemeinwohl orientierte Wohnungsunternehmen müssen Rechnungen bezahlen - Finanzierungen bedienen, Rechnungen von Bauunternehmen und Handwerkern sowie für kommunale Dienstleistungen begleichen. Wenn die Vermieter die Rechnungen der Stadtwerke nicht mehr bezahlen können, dann werden den Mieterinnen und Mieter Wasser und Gas abgestellt. Das kann niemand wollen.

    Ich habe bereits Anfang der vergangenen Woche dem Hamburger Senat einen „Pakt für das Wohnen“ vorgeschlagen. Kern dieses Paktes könnte ein „Sicher-Wohnen-Fonds“ sein. Dieser Fonds soll Geld als Zuschuss oder zinslosen Kredit gewähren, um eine Kündigung des Mieters für eine bestimmte Zeit auszuschließen. Lassen Sie uns darüber reden und möglichst rasch diesen Fonds umsetzen. 

    Denn: Nur wer die ganze Stadt im Blick hat, wird auf Dauer die Krise und ihre Folgen bewältigen.“

    Der VNW vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 378 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 738.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,92 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

    Foto: AdobeStock_bakhtiarzein