VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Kredite werden nicht abgenommen

    VNW-Direktor Andreas Breitner: "Wenn die Landesregierung keine Zuschüsse mehr zahlen will, dann ist ihr Programm ‚Neubau-Sozial‘ tot."

    119/2019

    Die SPD in Mecklenburg-Vorpommern hat in der jüngsten Landtagssitzung in der aktuellen Stunde einen Plan vorgestellt, wonach Investoren im Mietwohnungsbau künftig keine Zuschüsse, sondern nur noch zinsgünstige Darlehen als Förderung angeboten werden sollen. 

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW)

    „Während landauf und landab die Wohnraumförderung auf Grund der Niedrigzinsphase auf Zuschüsse und nicht auf unattraktive Darlehen setzt, scheint die SPD im Nordosten der Republik einfache finanzwirtschaftliche Zusammenhänge bestreiten zu wollen. Gerade jetzt will man weg vom Zuschuss und hin zum Darlehen.

    Die Realität in der Branche ist eine andere. Auch Kreditinstitute verleihen Geld zu sehr niedrigen Zinsen. Eine staatliche Darlehensförderung geht somit schlicht am Bedarf vorbei. Wir reden hier immerhin davon, dass das Land in der jüngeren Vergangenheit den Bau bezahlbarer Wohnungen mit jährlich rund 31 Millionen Euro förderte.

    Der Vorschlag der SPD ignoriert aber nicht nur die Bedarfe der Wohnungswirtschaft, sondern zeigt, dass die Sozialdemokraten im Lande mit den Vertretern der Wohnungswirtschaft zwar reden, ihnen aber zu wenig zu hören. Wer im Jahre 2019 die Wohnraumförderung auf Darlehen umstellen will, wird scheitern und legt die Axt an den geförderten Wohnungsbau. Diese Kredite werden nicht abgenommen werden. 

    Dadurch entfällt auch die mit dem geförderten Wohnungsbau im Gegenzug einhergehende Niedrigmietgarantie. Ein Schlag gegen den bezahlbaren Wohnraum in Mecklenburg-Vorpommern. Zu falschen Zeit das Falsche tun, hilft keinem. 

    Das Zuschussprogramm für sozialen Wohnungsneubau war ohnehin schon schwierig angelaufen, weil sich die Rahmenbedingungen für die Wohnungsunternehmen unwirtschaftlich darstellten. Erst auf Grund von Nachbesserungen wird das Programm vermehrt in Anspruch genommen. 

    Wird der jüngste Vorschlag von der Landesregierung umgesetzt, bedeutet es einen Schritt rückwärts. Ich halte diese Entwicklung für falsch. Wenn die Landesregierung keine Zuschüsse mehr zahlen will, dann ist ihr Programm ‚Neubau-Sozial‘ tot.

    Ausgerechnet die oppositionelle Linken-Abgeordnete Eva-Maria Kröger brachte es auf den Punkt, als sie in den Landtagsdebatte am Mittwoch den SPD-Plan als 'rückwärtsgewandt' bezeichnet und sagte, nur Zuschüsse entlasteten Investoren wirklich und könnten damit die Mieten dämpfen."

    Der VNW vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 359 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,74 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

    Foto: VNW