VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

    Meldungen

    Konferenz auf Helgoland

    VNW-Direktor Andreas Breitner nimmt an der 1. Deutschen Inselkonferenz teil. „Die Lösungen der insularen Wohnungsprobleme liegen auf den Inseln!“

    98/2019

    Helgoland. Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), hat auf der 1. Deutschen Inselkonferenz auf Helgoland die Inselgemeinden in die Pflicht genommen. „Gerade auf den Inseln entsteht bezahlbarer Wohnraum nur dann, wenn das Gemein- vor das Einzelwohl gestellt wird“, sagte Breitner vor 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz. „Zudem muss die Verwaltung professioneller werden, um ‚natürliche‘ Nachteile gegenüber Landkommunen auszugleichen.“

    „Die Inseln sollten selbst den Bau und die Verwaltung von Wohnungsbeständen übernehmen“, schlug VNW-Direktor Andreas Breitner vor. „Mit Hilfe der Förderbank und der Kommunen wäre beispielsweise die Gründung eigener Inselgenossenschaften ein richtiger Schritt. Dort würde wohnungspolitischer Sachverstand konzentriert, der den jeweiligen Bedarf ermittelt, Wohnungen baut und diese anschließend verwaltet. Damit hätten die Inselkommunen zu jeder Phase die Hoheit über den Bau bezahlbarer Wohnungen.“

    Breitner schlug zudem vor, „dass zentrale Wohnungsbaukoordinatoren eingesetzt werden. Inseln haben eine spezifische Lage und sind schwer vergleichbar. Planungsrechte, Baukosten, Tourismus u.v.m. machen den Insel-Wohnungsbau zu Unikaten. Wir brauchen für diese spezifischen Inselanforderungen einen Verantwortlichen, der den Bau bezahlbarer Wohnungen für alle Inseln steuert. Damit ließen sich staatliche Förderprogramme den besonderen Bedingungen der Inseln entsprechend anpassen und die Inseln hätten einen kompetenten Fürsprecher beim Land. Manchmal erschweren auf dem Festland übliche Regelungen unnötig den Bau bezahlbarer Wohnungen auf den Inseln.“

    „Zudem müssen die Inseln ihr Augenmerk auf den Abbau der Bürokratie richten“, sagte Breitner. „Kürzere Baugenehmigungsverfahren und ein Eingehen auf die Anforderungen von Wohnungsbauunternehmen sind unverzichtbar. Das könnte dadurch ergänzt werden, dass die Inselverwaltungen geeignete Baugrundstücke an Investoren nur noch mit der Vorgabe vergeben, dass dort Wohnraum errichtet wird, dessen Miete über mehrere Jahrzehnte deutlich unter dem allgemeine Mietspiegel liegt.

    VNW-Direktor Andreas Breitner forderte die Inseln auf, sich ehrlich zu machen. Wer Investitionen auf der eigenen Insel will, darf Insulaner nicht bevorzugen und muss bei Baugenehmigungen sowie Auflagen alle gleich behandeln. Zudem steht bislang vor allem in der Saison oft der Tourismus im Vordergrund. Danach hat keiner mehr Lust und schon vergehen schnell mal drei Jahre. Bislang werden Baugebiete eher für neue Hotels oder Feriensiedlungen ausgewiesen als für bezahlbare Wohnungen. Hier müssen die Inseln ihren Kurs ändern.“

    „Dazu gehört auch, dass die Inselverwaltungen konsequenter gegen die Zweckentfremdung von bezahlbarem Wohnraum für touristische Angebote vorgehen“, sagte VNW-Direktor Andreas Breitner. „Den Mangel an bezahlbaren Wohnungen kann nur kritisieren, wer verhindert, dass diese Wohnungen teuer an Touristen vermietet werden. Auch die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen muss ohne Wenn und Aber unterbunden werden. Sonst wird man unglaubwürdig. Die Lösung der insularen Wohnungsprobleme liegt auf den Inseln selbst!“

    Der VNW vertritt in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 359 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,74 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg(at)vnw.de

    Foto: dpa/Stefan Pfeifer