VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

    Meldungen

    Kommunen nicht allein lassen

    VNW-Direktor Andreas Breitner zur Debatte über Integrationskosten: „Integration fördern heißt Parallelgesellschaften vermeiden."

    141/2018

    Zwischen Kommunen und Landesregierung gibt es Streit über die Höhe der Finanzmittel für die Integration von Flüchtlingen. Die Kommunen lehnen eine Kürzung der Mittel ab.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Die norddeutsche Wohnungswirtschaft unterstützt die Gemeinden und Städte in Schleswig-Holstein in ihrer Forderung nach einer auskömmlichen Finanzierung der Integration von Geflüchteten. Nach dem Ankommen muss jetzt das dauerhafte Bleiben organisiert werden. Das kostet auch Geld. Die Hauptarbeit wird dabei von den Menschen vor Ort zu leisten sein. Die Landesregierung darf sich jetzt keinen weißen Fuß machen und die Finanzmittel kürzen. Dann wird die Integration von Flüchtlingen scheitern.

    Derzeit wohnen in Schleswig-Holstein gut 2300 Flüchtlinge in Wohnungen, die von VNW-Unternehmen vermietet werden. Sie haben hier außerhalb von Erstaufnahmeeinrichtungen ein erstes Zuhause gefunden, einen Ort des Ankommens, des Friedens und ein Ort des Neubeginns. Nachbarn, Schule und Kita leisten hier einen wichtigen Integrationsbeitrag. Das ist eine Erfolgsgeschichte. Das allein aber reicht nicht.

    Das Land muss dauerhaft hinschauen und Hilfe anbieten. Sonst wird uns die Integration von Flüchtlingen nicht gelingen und die Gefahr von verfestigten Parallelgesellschaften wächst. 

    Eine wichtige Rolle bei der Integration spielen die jeweiligen Kommunen. Sie jetzt finanziell im Stich zu lassen und Ihnen zu sagen: ‚Macht viel und gern noch mehr, aber bezahlen müsst Ihr es selbst‘ greift zu kurz und geht zu Lasten der Aufgabe. Diese ist aber zu wichtig, als sie dem freien Spiel der Kräfte zu überlassen. Die Integration von Flüchtlingen darf nicht auf einem Verschiebebahnhof verschiedener staatliche Ebenen landen.

    Am Ende sind auch die Wohngemeinschaften von Integrationsdefiziten betroffen und zahlen die Zeche. Unterschiedliche Kulturen stoßen in den Quartieren aufeinander. Hier bedarf es der Begleitung, Initiativen und Angebote. Das kostet eben Geld. Das Land beabsichtigt nun, Kommunen und Wohnungswirtschaft bei dieser wichtigen Integrationsaufgabe allein zurückzulassen. Eine Fehlentwicklung, vor der wir warnen.“

    Der VNW vertritt in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 359 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,74 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

    Foto: AdobeStock/Coloures-Pic