VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Klug, einfach und überzeugend

    VNW-Direktor Andreas Breitner zu den Eckpunkten für eine Grundsteuerreform: "Der Hamburger Weg wird das bezahlbare Wohnen nicht gefährden."

    110/2020

    Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel hat am Dienstag Eckpunkte für eine Reform der Grundsteuer vorgestellt. In der Hansestadt wird danach von 2025 an die Grundsteuer mit Hilfe eines sogenannten Fläche-Lage-Modells berechnet. Im Kern basiert die Höhe der Grundsteuer dann auf der Grundstücks- bzw. der Gebäudefläche und der aus dem Mietenspiegel bekannte Lage (normale bzw. gute Lage) des Grundstücks bzw. des Gebäudes. Wohngebäude werden bei der Berechnung der Höhe der Grundsteuer zudem begünstigt.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Andreas Dressel hat es versprochen und heute geliefert. Der Hamburger Weg bei der Grundsteuerreform wird das bezahlbare Wohnen nicht gefährden. Hamburg gilt beim Bau bezahlbarer Wohnungen seit mehreren Jahren bundesweit als Vorbild. Diesem Ruf wird die Hansestadt auch bei der Grundsteuerreform gerecht. Der Hamburger Weg ist klug, einfach und überzeugend. Damit weicht er diametral von dem Scholzschen-Reformvorschlag ab. Das ist gut so, denn dieser ist kompliziert, teuer und ungerecht. Das jetzt vorgelegte Hamburger Grundsteuermodell wird nach unserer ersten Begutachtung dafür sorgen, dass die Wohnkosten auf ganz Hamburg bezogen nicht weiter steigen. Damit bleiben die Mieten in Hamburg auch künftig für Haushalte mit mittlerem und geringem Einkommen bezahlbar.

    Die Pressemitteilung zum Anhören

    Der VNW hat in den vergangenen Jahren für ein reines Flächenmodell geworben und sich dagegen ausgesprochen, die Grundsteuer als verkappte Vermögenssteuer zu missbrauchen. Mit den Einnahmen aus der Grundsteuer wird die staatliche Infrastruktur finanziert, die jeder gleich nutzt. Allerdings erkennen wir auch an, dass die Einbeziehung eines lageabhängigen Faktors die bislang geäußerte Kritik an einem reinen Flächenverfahren ausräumen kann. Das scheint uns in Hamburg gut gelungen.

    Besonders positiv finde ich, dass der jetzt von Finanzsenator Andreas Dressel vorgelegte Vorschlag die soziale Durchmischung von Wohnquartieren nicht gefährdet. Die monatliche Netto-Kaltmiete liegt bei den im VNW organisierten Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften im Durchschnitt bei 6,82 Euro pro Quadratmeter. Zudem geben unsere Unternehmen jedes Jahr mehrere Millionen Euro für Sozialarbeiter und Nachbarschaftstreffs aus. Sie tragen dadurch erheblich zum sozialen Frieden in den Quartieren bei.

    Unter Experten herrscht seit vielen Jahren darüber Einigkeit, dass eine soziale Durchmischung von Wohnquartieren der beste Weg ist, sozial abgehängte Viertel zu verhindern. Das jetzt vorliegende Grundsteuermodell ist dafür eine gute Grundlage. Künftig werden auch in den angesagtesten Wohngegenden Menschen mit unterschiedlichen Einkommen nebeneinander leben können.“

    Der VNW vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 384 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 742.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 6,04 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg(at)vnw.de

    Foto: LPK Hamburg