VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Klimaschutz mit bezahlbarem Wohnen

    VNW-Direktor Andreas Breitner zu Klimadiskussion: Hamburg ein Tor zum Weltklima. Allerdings muss das Wohnen dahinter bezahlbar bleiben.

    30/2019

    In Hamburg läuft derzeit eine intensive klimapolitische Diskussion. Der Hamburger Bürgermeister will ein Klimabündnis mit der Industrie vereinbaren. Die Grünen der Hansestadt wollen bis zum Jahr 2050 die Hansestadt in eine klimaneutrale Stadt umbauen. Bis dahin sollen in Hamburg die Kohlendioxid-Emissionen um 80 Prozent reduziert werden. Dazu wollen die Grünen den Wohnungsneubau deutlich reduzieren. Statt Neubauten will die Partei „Bestandserhaltung, Sanierung oder Aufstockung“. Das geht aus einem Strategiepapier hervor, über das die Medien am Donnerstag berichten.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Hamburg ist sicher auch ein Tor zum Weltklima. Allerdings muss das Wohnen dahinter bezahlbar bleiben. Bei allem Eifer müssen die Grünen deutlich machen, was ihre Ideen die Mieterinnen und Mieter kosten. Ehrlichkeit und Transparenz sind Voraussetzungen dafür, dass weitere umweltpolitische Auflagen von den Menschen akzeptiert werden.

    Ich befürchte, dass Wohnen deutlich teurer wird, wenn Hamburg den Neubau von bezahlbarem Wohnraum reduziert. Stagnierendes Angebot bei stärkerer Nachfrage erhöht den Preis. Zudem schaffen Bestandshaltung und Sanierung keine neue Wohnung. 

    Erfahrungen zeigen ferner, dass die Aufstockung von Gebäuden nicht ausreicht, den Bedarf an Wohnungen zu decken. Aufstockung ist genauso gut und richtig wie aufwändig und kleinteilig. Sie bringt mehr Klasse als Masse. Zumal die umfangreichen Mitwirkungsrechte der Nachbarn viele Projekte verzögern und verteuern. 

    Weiter ist zu befürchten, dass zusätzliche energetische Auflagen das Wohnen teurer machen. Strafabgaben auf Kohlendioxid verteuern die Energie. Ebenso sind höhere Preise für Öl und Erdgas zu erwarten, weil Deutschland sowohl aus der Kohleverstromung als auch aus der Atomenergie aussteigt.

    Die Hamburger Wohnungsunternehmen haben in den vergangenen Jahren mehrere hundert Millionen Euro in die energetische Sanierung investiert und dabei stets die soziale Verträglichkeit im Blick gehabt. Klimaschutz mit Wohnkosten zu versöhnen, das ist Teil der politischen Verantwortung in der Hansestadt. Leider zeigen die Vorschläge der Grünen, dass dieser noch nicht alle gerecht werden.

    Der VNW vertritt in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 359 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,74 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

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