VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

    Meldungen

    Kiel muss Chance nutzen

    VNW-Direktor Andreas Breitner zur Kritik des Studentenwerks: Kiel sollte den Bau von Studentenwohnungen offensiv unterstützen.

    03/2019

    Die Geschäftsführerin des Studentenwerkes Schleswig-Holstein, Susann Schrader, hat vor allem die Stadt Kiel dafür kritisiert, dass sie keine Grundstücke zum Bauen von bezahlbaren Studentenwohnungen zur Verfügung stellt. 600 Studenten stünden auf der Warteliste für ein Zimmer in einem Kieler Wohnheim, sagte Schrader den Kieler Nachrichten. Aber anstatt sie zu unterstützen, werde sie im Rathaus der Stadt vom einen zum anderen geschoben.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Mit dem Studentenwerk hat die Stadt einen geradezu perfekten Anbieter, der innerhalb kurzer Zeit dringend benötigten bezahlbaren Wohnraum für Studentinnen und Studenten schaffen will. Die staatlichen Fördermittel sind vorhanden, die planerischen Kapazitäten, die Wohnungen zu errichten, ebenfalls. Und es gibt Grundstücke, die Kiel zur Verfügung stellen könnte.

    Was im Kieler Rathaus noch wachsen muss, ist der konkrete Wille, etwas für die Studentinnen und Studenten zu unternehmen. Dabei hat die Stadt alle Möglichkeiten, um etwas zur Entspannung ihres Wohnungsmarktes zu tun. Jede Studentin und jeder Student, der in einer Wohnung des Studentenwerks unterkommt, sucht dann nicht mehr auf dem allgemeinen Wohnungsmarkt. Dadurch entspannt sich vieles.

    Im September hat die Kieler Ratsversammlung die Gründung einer eigenen kommunalen Wohnungsgesellschaft beschlossen, um mittelfristig dringend benötigten bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Die Lokalpolitik darf allerdings die Probleme der anderen Wohnungsunternehmen nicht vergessen. Es geht darum, das eine zu tun, ohne das andere zu unterlassen.

    Flensburg hat vorgemacht, wie es gehen kann. Kiel kann entsprechende Grundstücke vergünstigt oder in Erbpacht an das Studentenwerk abgeben und bekommt dafür auf viele Jahrzehnte hinaus attraktive, bezahlbare Wohnungen für Studenten.“

    Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V. vertritt in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 341 Wohnungsgenossen-schaften und Wohnungsgesellschaften. In ihren 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Im Jahr 2017 investierten die VNW-Unternehmen in den drei Bundesländern insgesamt 1,662 Milliarden Euro in die Sanierung, die Modernisierung und den Neubau bezahlbarer Wohnungen. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

    Foto: Adobe Stock/pathdoc