VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

    Meldungen

    Kiel braucht auch gute Infrastruktur

    Bürger entscheiden über Wohnungsbau auf dem Flughafengelände. VNW-Direktor Andreas Breitner warnt: Wohnungen nicht gegen Arbeitsplätze ausspielen!

    An diesem Sonntag befinden die Bürgerinnen und Bürger in Kiel in einem Volksentscheid darüber, ob auf dem Gelände des Flughafens Wohnungen errichtet werden sollen.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW

    „Die im VNW organisierten Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften sind in Schleswig-Holstein die größten Anbieter von bezahlbarem Wohnraum. Im vergangenen Jahr errichtete die Verbandsunternehmen rund 950 Wohnungen. Sie investierten rund 220 Millionen Euro in den Neubau. Zugleich wissen wir um den großen Bedarf an bezahlbarem Wohnraum. Dennoch unterstützen wir nicht das Bündnis ‚Wir machen Stadt‘“.

    „Es tut Zeit not. Die Haushalte mit mittleren und unteren Einkommen brauchen in den kommenden Jahren bezahlbaren Wohnraum und nicht erst in zehn oder 15 Jahren. Die Umwidmung eines Flughafengeländes und die Schaffung entsprechenden Planrechts dauern jedoch mindestens ein Jahrzehnt – eher länger.“

    „Zudem lehnen wir es ab, wirtschaftliche Infrastruktur und Arbeitsplätze gegen die Schaffung von Wohnungen auszuspielen. Die Menschen in der Landeshauptstadt brauchen beides: Jobs und bezahlbaren Wohnraum. Der Flughafen stellt eine für Kiel, seine Wirtschaftsunternehmen und Forschungseinrichtungen sowie das Universitätsklinikum unverzichtbare Infrastruktur dar. Wohnen allein reicht nicht. Es bedarf auch guter Infrastruktur.“

    „Die norddeutsche Wohnungswirtschaft fordert die Kieler Kommunalpolitik auf, sich auf die Wohnungsbauprojekte zu konzentrieren, die in den kommenden Jahren erfolgreich umgesetzt werden können. Kiel könnte ähnlich wie Lübeck bebaubaren Flächen vergünstigt an Unternehmen abgeben, die auf Jahrzehnte hinaus Mieten zusagen, die unter dem Mietspiegel liegen. Auch eine Verkürzung der Baugenehmigungsverfahren würde helfen, rasch bezahlbare Wohnungen zu errichten.“

    Foto: Fotolia/Jasper