VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

    Meldungen

    Keinen Cent von der Bank

    Monatelang wurde mit der Schweriner Landesregierung über neue Richtlinien zur Wohnraumförderung diskutiert. Neuen Regeln gibt es noch nicht..

    Die norddeutschen Wohnungsgesellschaften fordern eine neue Förderrichtlinie für den sozialen Wohnungsbau. Einen Entwurf gibt es bereits, doch er ist noch in der Abstimmung. Den Unternehmen geht es nicht schnell genug: Sie können nicht bauen, klagen sie.

    Schwerin (dpa/mv) - Die Wohnungsunternehmen in Mecklenburg-Vorpommern erhöhen den Druck auf die Landesregierung, die neue Förderrichtlinie zum Bau bezahlbaren Wohnraums zu verabschieden. Die Richtlinie sei die Grundlage dafür, dass Menschen mit geringen und mittleren Einkommen im Land auch zukünftig eine bezahlbare Wohnung finden, hieß es vom Landesvorstand des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW).

    Die neue Richtlinie soll es unter anderem mehr Gemeinden als bisher ermöglichen, sozialen Wohnungsbau zu finanzieren. Bisher konnten nur Kommunen mit einer Leerstandsquote von höchstens vier Prozent den Wohnungsbau fördern. Zukünftig soll dies in allen zentralen Orten möglich werden, wenn es dort zu wenig bezahlbare Wohnungen gibt. Auch die Förderung in Tourismusorten soll einfacher werden.

    Die Wohnungsfirmen fordern außerdem die Schaffung einer zweiten Fördermöglichkeit für Mietwohnungen im mittleren Preissegment. Bisher könnten nur klassische Sozialwohnungen gefördert werden, deren Miete dann 5,50 pro Quadratmeter nicht überschreiten dürfe. Der VNW möchte nun auch den Bau von Wohnungen mit höheren Mieten fördern lassen. Zielgruppe seien Menschen mit kleinen bis mittleren Einkommen, die keine Sozialwohnung bekämen, sich die derzeitigen Mieten aber kaum leisten könnten. «Sozialer Wohnungsbau ist ohne eine staatliche Förderung nicht möglich», sagte Breitner. Einige VNW-Unternehmen hätten bereits auf Basis der neuen Richtlinie Bauprojekte geplant, die nun auf der Kippe stünden.

    Das Infrastrukturministerium versucht zu beruhigen. Der Richtlinienentwurf befinde sich gerade in der Abstimmung zwischen Finanzministerium und Landesrechnungshof, sagte eine Sprecherin. Grund zu «übertriebenen Hektikaktionen» sehe sie nicht, da es bereits eine gültige Richtlinie gebe und kein Zeitplan für die Veröffentlichung der neuen genannt worden sei. Eile erhöhe nur die Fehleranfälligkeit. VNW-Direktor Andreas Breitner reicht das nicht: «Wir brauchen die Richtlinie, die eine unverzichtbare Arbeitsgrundlage für uns ist, jetzt und sofort.»

    Minister Christian Pegel (SPD) hatte den Unternehmen zugesichert, dass neu eingereichte Anträge schon nach der neuen, noch nicht erlassenen Richtlinie bearbeitet würden. «Jetzt lässt man uns zu lange in der Luft hängen», sagte Dieter Vetter, VNW-Landesvorsitzender im Nordosten. Ein Vertreter der Wohnungsbranche, der ungenannt bleiben möchte, sagte: «Die Unternehmen können nicht bauen. Sie kriegen keinen Cent von der Bank, wenn nicht klar ist, wie gefördert wird.»

    Foto: NEUWOGES/Das Foto zeigt das neue Quartier Gaußstraße in Neubrandenburg.