VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Keine Wohnungsnot im Norden

    VNW-Direktor Andreas Breitner zu F+B-Mietspiegelindex 2019: "Die Lage viel besser als vielerorts die wohnungspolitische Stimmung."

    212/2019

    Die F+B Forschung und Beratung für Wohnen, Immobilien und Umwelt GmbH hat am Donnerstag den F+B-Mietspiegelindex 2019 vorgelegt. Der Index basiert auf der Auswertung aller amtlichen Mietpreisübersichten in Deutschland und wird seit dem Jahr 1996 jährlich erstellt. Die Daten spiegeln das Niveau und die Entwicklung der Mieten im Bestand wider, also der Wohnkosten, die Deutschlands Mieter im Durchschnitt derzeit zahlen müssen. Für den Mietspiegelindex 2019 wurden die derzeit gezahlten Mieten für insgesamt 351 Städte und Gemeinden ausgewertet.

    Den Zahlen zufolge liegt Hamburg im deutschlandweiten Vergleich auf Platz 13. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt mit 8,79 Euro 25 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Norderstedt liegt 21 Prozent über dem Bundesdurchschnitt.

    In allen anderen Städten aus dem VNW-Verbandsgebiet, die im Index berücksichtigt wurden, liegt die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter unter dem Bundesdurchschnitt. 

    Lübeck: 96 Prozent (Platz 106)

    Rostock: 96 Prozent (Platz 108)

    Kiel: 94 Prozent (Platz 119)

    Greifswald: 90 Prozent (Platz 150)

    Schwerin: 86 Prozent (Platz 208)

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Der Norden hat seine Wohnungsmärkte, die eng sind, aber insgesamt ist die Lage viel besser als vielerorts die wohnungspolitische Stimmung. Der Index, der auf der Auswertung amtlicher Mietspiegel beruht, belegt einmal mehr: im Norden Deutschlands kann von einer Wohnungsnot keine Rede sein. Die im VNW-organisierten Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften sorgen mit ihren bezahlbaren Mietwohnungen dafür, dass auch Menschen mit mittlerem und geringem Einkommen hier gut, bezahlbar und sicher leben können. Das sollte vor allem bei denjenigen erhört werden, die ständig von einer dramatischen Lage auf dem Wohnungsmarkt sprechen. Einfach mal die Fakten sprechen lassen.

    Dass Hamburg zu den Städten gehört, in den das Wohnen teurer ist, ist ebenfalls keine Neuigkeit. Allerdings trägt auch hier der Bau von Tausenden bezahlbaren Wohnungen in den vergangenen Jahren Früchte. Erst gestern haben die altoba, die KAIFU Nordland eG und die Baugenossenschaft Hamburger Wohnen Richtfest für 157 bezahlbare Wohnungen gefeiert. Und mit einem 13. Platz in einer Gruppe von 30 Städten belegt Hamburg nun wahrlich keinen Spitzenplatz unter den Städten mit dem höchsten Mietniveau.

    Interessant ist, dass alle größeren Städte in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern ein durchschnittliches Mietniveau aufweisen, das unter dem Bundesdurchschnitt liegt. Diese Fakten konterkarieren die zum Teil aufgeheizte Debatte in den Kommunalparlamenten. Anstatt über weitere Regelungen nachzudenken, die den Bau von bezahlbaren Wohnungen erschweren, sollten die Kommunalpolitiker für mehr bebaubare Grundstücke und kürzere Baugenehmigungsverfahren sorgen. Damit wäre allen geholfen, allen voran jenen, die eine Wohnung suchen.

    Dass Norderstedt zu den teuersten Wohnregionen gehört, liegt an seiner Nähe zu Hamburg. Um so mehr muss es befremden, dass sich eine Mehrheit in der Kommunalpolitik damit schwer tut, mit der Wohnungswirtschaft auf Augenhöhe zu sprechen.“

    Der VNW vertritt in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 359 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,74 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

    Foto: Frank Molter/dpa