VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Keine Spekulation mit Grundstücken

    VNW-Direktor Andreas Breitner signalisiert Gesprächsbereitschaft. Erbpacht und bezahlbares Wohnen müssen miteinander versöhnt werden.

    Die im VNW-organisierten Wohnungsunternehmen gehören zu jenen Vermietern, die dem Gemeinwohl verpflichtet sind und für sozial verträgliche Mieten sorgen. Das ergab eine Recherche des Hamburger Abendblatts und des Recherchezentrums Correctiv, deren Ergebnisse am Wochenende veröffentlicht wurden. Zudem berichtet die Zeitung, dass städtischer Boden künftig deutlich häufiger in Erbpacht vergeben werden soll als bislang. Ein entsprechender Beschluss des Senats werde derzeit vorbereitet.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen:

    „Das Rechercheergebnis vom Hamburger Abendblatt und von Correctiv überrascht mich nicht. Die im VNW organisierten Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften sind sogenannte Bestandshalter, die Wohnungen errichten, um diese über Jahrzehnte zu bezahlbaren Preisen zu vermieten. Sie bauen, um zu bleiben

    Das Erwirtschaften einer Maximalrendite und der Verkauf von Wohnraum gehören nicht zu den Geschäftszielen der Hamburger VNW-Unternehmen. Derzeit liegt bei ihnen die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter bei 6,46 Euro - und damit gut zwei Euro unter dem Durchschnittswert des Mietspiegels.

    Zudem investieren die VNW-Unternehmen Jahr für Jahr Hunderttausende Euro in die soziale Quartiersentwicklung und sorgen somit für sozialen Frieden in den Vierteln. Mieterinnen und Mieter von VNW-Unternehmen müssen weder Angst vor einer Eigenbedarfskündigung noch vor einer Luxussanierung haben. VNW-Unternehmen sind die Vermieter mit Werten.

    Der VNW begrüßt alle Maßnahmen, die der Spekulation mit Baugrundstücken einen Riegel vorschieben. Insofern habe ich Verständnis für Überlegungen, städtische Grundstücke künftig überwiegend auf dem Wege des Erbbaurechts zu vergeben. Wichtig ist, dass in Einzelfällen – beispielsweise bei Unternehmen, die langfristig Wohnungen mit bezahlbaren Mieten zusagen – Ausnahmen möglich sind.

    Erfahrungen, die jüngst einige VNW-Mitgliedsunternehmen mit dem Erbbaurecht gemacht haben, sind leider nicht gut gewesen. So führen hohe Ablösebeiträge, die auf den aktuellen Grundstückswerten beruhen, dazu, dass die betroffenen Unternehmen bezahlbare Mieten nicht mehr garantieren könnten.

    In Eimsbüttel beispielsweise müsste eine Genossenschaft die Nettokaltmiete pro Quadratmeter von derzeit 7,10 Euro auf 13 Euro erhöhen. Das kann doch nicht wirklich im Sinne der Mieterinnen und Mieter sein. Auf jeden Fall ist es nicht im Sinne des bezahlbaren Wohnraums.

    Wir hoffen auf Regelungen, die Erbpacht und bezahlbares Wohnen miteinander versöhnen. Denkbar wäre eine ‚ewige Erbpacht‘ mit der Festlegung begrenzter Mieten und eines Verkaufsverbots. Alle 25 Jahre könnte überprüft werden, ob sich das Wohnungsunternehmen an die Festlegungen hält. Sollte eine Nachverdichtung auf einem Erbpachtgrundstück erfolgen, könnte man dafür Nachzahlungen leisten.

    Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V. vertritt in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 341 Wohnungsgenossenschaften und -gesellschaften. In ihren 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Im Jahr 2017 investierten die VNW-Unternehmen in den drei Bundesländern insgesamt 1,662 Milliarden Euro in die Sanierung, die Modernisierung und den Neubau bezahlbarer Wohnungen. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    Mehr Informationen finden Sie unter: www.vnw.de

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

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