VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Keine Panikmache!

    VNW-Direktor Andreas Breitner zum Auslaufen der Sozialbindungen von Wohnungen: Mieterbund schürt unnötig Sorgen bei vielen Menschen.

    In Schleswig-Holstein läuft zum Jahresende für rund 21.000 Wohnungen die sogenannte Mietpreisbindung aus. Carsten Wendt, Geschäftsführer beim Mieterbund Schleswig-Holstein, warnt im „Flensburger Tageblatt“ davor, dass viele Bürgerinnen und Bürger ihre Miete bald nicht mehr zahlen könnten, wenn diese um bis zu 20 Prozent innerhalb von drei Jahren statt vorher um maximal neun Prozent in sechs Jahren erhöht werden dürfe.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Herr Wendt betreibt unverantwortliche Panikmache und schürt unnötig die Sorgen und Ängste bei vielen Menschen. Bei den im VNW organisierten Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften, die über die meisten Sozialwohnungen im Land verfügen, steigt mit Auslaufen der Sozialbindung nicht automatisch die Miete.

    Sie nehmen auch dann nicht Höchstmieten. Damit bleibt bezahlbarer Wohnraum über Jahrzehnte erhalten. Die betroffenen Wohnungen sind ja nicht weg, sondern existieren weiter. Mieten werden nur angehoben, wenn die Kosten für Instandhaltung und Bewirtschaftung steigen.

    Eine Verlängerung der Sozialbindung halte ich nur in Ausnahmefällen für notwendig. In manchen Quartieren ist es sinnvoll, in anderen nicht. Voraussetzung dafür ist eine höhere staatliche Förderung für jene Unternehmen, die die Mietpreisbindung ihrer Wohnungen verlängern.

    In Tübingen beispielsweise bekommt jeder Eigentümer einer Mietwohnung bis zu 700 Euro pro Quadratmeter ausgezahlt, wenn dieser sich dazu verpflichtet, die Wohnung 30 Jahre lang 33 Prozent unter dem Mietspiegelwert zu vermieten. Wichtig ist, dass das Prinzip der Freiwilligkeit erhalten bleibt. Einen gesetzlichen Zwang zur Verlängerung von Bindungen lehnen wir ab.

    Der Bau von Sozialwohnungen ist wichtig, damit auch Menschen mit geringem Einkommen eine Chance auf dem Wohnungsmarkt haben. Darüber hinaus ist es mehr denn je notwendig, vor allem in besonders nachgefragten Regionen Wohnraum mit Kaltmieten um die acht Euro pro Quadratmeter zu schaffen. Auch der Mittelschicht mit normalen Einkommen fehlt in Kiel, Lübeck, auf den Nordseeinseln und im Hamburger Rand bezahlbarer Wohnraum.

    Um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, sollten Schleswig-Holsteins Kommunen sich ein Beispiel an Lübeck nehmen. Dort werden Grundstücke günstiger an Wohnungsunternehmen verkauft, wenn diese die darauf errichteten Wohnungen zu einer für Normalverdiener bezahlbaren Miete anbieten. Das ist eine wirksame Möglichkeit, das Problem der steigenden Mieten in den Griff zu bekommen. Dabei wird bei der Grundstücksvergabe nicht allein auf mehr Wohnungen, sondern auch auf niedrige Mieten gesetzt.“

    Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V. vertritt in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 341 Wohnungsgenossen-schaften und Wohnungsgesellschaften. In ihren 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Im Jahr 2017 investierten die VNW-Unternehmen in den drei Bundesländern insgesamt 1,662 Milliarden Euro in die Sanierung, die Modernisierung und den Neubau bezahlbarer Wohnungen. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de 

    Foto: dpa/Lisa Ducret