VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    "Kein Modell für Hamburg!"

    VNW-Direktor Andreas Breitner zum Beschluss über den Berliner Mietendeckel: "Dem Berliner Senat möchte man zurufen: Denken statt Deckeln!"

    201/2019

    Der Berliner Senat hat am Dienstag einen gesetzlichen Mietendeckel beschlossen. Darin ist vorgesehen, die Mieten für 1,5 Millionen vor dem Jahr 2014 gebaute Wohnungen fünf Jahre einzufrieren. Hintergrund sind die Wohnkosten in der Hauptstadt, die in den vergangenen Jahren stärker als anderswo in Deutschland gestiegen sind. Der Mietendeckel umfasst auch Obergrenzen von maximal 9,80 Euro Kaltmiete je Quadratmeter, die sich nach Baujahr und Ausstattung der Wohnung richten. Sie dürfen bei Neuvermietungen nicht überschritten werden. Bestandsmieten dürfen in Zukunft um nicht mehr als 20 Prozent über den Obergrenzen liegen.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Der am Dienstag in Berlin verabschiedete Mietendeckel ist kein Modell für Hamburg. Ein Mietendeckel bevorzugt vor allem Besserverdienende, weil er in erster Linie hohe Mieten in besonders guten Lagen deckelt. Mieter von Wohnungen mit geringen Mieten müssen dagegen damit leben, dass ihre Wohnungen schleppender als bislang modernisiert werden, weil den Wohnungsunternehmen die dafür notwendigen Einnahmen fehlen. Zudem bedroht ein Mietendeckel massiv den Wohnungsneubau und schafft nicht eine einzige Wohnung.

    Dem Berliner Senat möchte man zurufen: Denken statt deckeln! Mit seiner neuesten Idee zur Regulierung des Wohnungsmarktes schafft er keine neue Wohnung, sondern zerstört das für den Neubau erforderliche Investitionsklima. Hamburg kann wohnungspolitisch von Berlin nichts, aber auch gar nichts lernen. Besonnen und ruhig weiter auf den Neubau setzen - das ist der richtige norddeutsche Weg.

    Die im VNW organisierten Hamburger Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften stehen mit einer durchschnittlichen Kaltmiete pro Quadratmeter von 6,79 Euro für das bezahlbare Wohnen in Hamburg. Unser Ziel ist es, dass Menschen mit mittlerem und niedrigem Einkommen sich auch weiterhin das Wohnen in der Hansestadt leisten können. Das wird auch dadurch belegt, dass VNW-Unternehmen in den vergangenen drei Jahren in Hamburg rund 5000 Wohnungen - viele davon sind öffentlich gefördert und damit preisgebunden - gebaut haben.“

    Die in Hamburg im VNW organisierten Wohnungsunternehmen vermieten rund 300.000 Wohnungen. Das sind mehr als 40 Prozent aller Mietwohnungen. Dieser erhebliche Anteil am Mietwohnungsmarkt von „Vermietern mit Werten“, denen es nicht um eine möglichst hohe Rendite geht, sorgt für eine Dämpfung des Anstiegs der Mietpreise.

    Der Neubau von Wohnungen bietet die beste Möglichkeit, ins Unbezahlbare steigende Mieten zu verhindern. Das hat die jüngste Entwicklung bewiesen. So stellte das Anaylsehaus Empirica in einer Studie fest, dass die Neuvertragsmieten in Hamburg im vergangenen Jahr um 1,3 Prozent stiegen. In Berlin lag das Plus dagegen bei 6,4 Prozent. Zum Vergleich: die Lebenshaltungskosten steigen im vergangenen Jahr um 1,9 Prozent.

    Der VNW vertritt in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 359 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,74 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg(at)vnw.de

    Foto: GdW