VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Kein Allheilmittel

    Hamburgs Grüne wollen einen Rechtsanspruch auf Wohnungstausch umsetzen. VNW-Direktor Andreas Breitner mahnt: vor allem der Wohnungsbau hilft.

    206/2019

    Hamburgs Grüne wollen ältere Menschen dazu bewegen, ihre großen Wohnungen aufzugeben und in kleinere umzuziehen. Dazu unterstützen sie einen Vorstoß der Partei auf Bundesebene, einen Rechtsanspruch auf Wohnungstausch durchzusetzen. Danach sollen Mieterinnen und Mieter derselben Wohnungsgesellschaft ihre Mietverträge untereinander tauschen können.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen:

    „Die Idee, dass ältere Menschen aus zu großen Wohnungen in kleinere umziehen und so Platz für Familien machen, ist charmant. Aber wie so oft scheitert eine gute Idee daran, dass die Menschen am Ende doch nicht wollen. Wenn es darauf ankommt, fällt älteren Menschen oftmals - im Übrigen zu Recht – das Verlassen der gewohnten Umgebung schwer.“ 

    Eine Wohnung ist eben nicht nur Ort der Unterbringung, sondern ein Ort gelebten Erlebens. Viele ältere Menschen verbinden mit ihrer Wohnung Erinnerungen an frühere Zeiten, daran, wie sie hier ihre Kinder großzogen, oder daran, wie sie hier glückliche Jahre mit ihrem Lebenspartner oder ihrer Lebenspartnerin verbracht haben.

    Ein Umzug in eine kleinere Wohnung scheitert oft daran, dass die Menschen nicht ihr angestammtes Wohnviertel verlassen möchten und - vor allem in Quartieren, die derzeit besonders angesagt sind - sich keine kleinere Wohnung findet. Oftmals sind andere Wohnungen auch nicht barrierearm, was dazu führt, dass diese für ältere Menschen nicht geeignet sind.

    Erschwerend kommt hinzu, dass ein Umzug gerade für ältere Menschen eine erhebliche psychische und körperliche Belastung darstellt. Abgesehen davon, dass man sich von lieb gewonnenen Gegenständen trennen muss, sind die Organisation und die Kosten eines Umzugs eine Herausforderung. Hier können Förderprogramme helfen. Aber entscheidend ist am Ende der Faktor Mensch.“

    „Grundsätzlich stehen die im VNW organisierten Wohnungsunternehmen dem Wohnungstausch positiv gegenüber. In Zusammenarbeit mit den Akteuren des Bündnisses für das Wohnen hat Hamburg eine Koordinierungsstelle bei der Stadtentwicklungsbehörde eingerichtet.

    Diese sammelt Gesuche interessierter Haushalte und versendet diese gebündelt an solche Wohnungsunternehmen, die sich bereit erklärt haben, den Wohnungswechsel zu unterstützen. Sollte ein Unternehmen eine geeignete Wohnung anbieten können, wird über die Koordinierungsstelle der Kontakt vermittelt – danach läuft alles, wie bei einer üblichen Vermietung.

    Zudem praktizieren viele VNW-Unternehmen - und zwar, ohne es an die große Glocke zu hängen - seit langem die Vermittlung passenden Wohnraums bei Wechselbereitschaft innerhalb ihrer eigenen Bestände. Die SAGA ermuntert beispielsweise ältere Menschen zum Wohnungstausch.“

    Der Tausch von Wohnungen ist sicher ein richtiges und wichtiges Instrument, aber kein Allheilmittel, die Probleme des Hamburger Wohnungsmarkts zu lösen. Da helfen vor allem der Neubau, die Senkung von Baukosten und die Beschleunigung von Baugenehmigungsverfahren.“

    Der VNW vertritt in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 359 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,74 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

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