VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Jetzt müssen den Worten Taten folgen

    VNW-Direktor Andreas Breitner zum Wohngipfel: Der Bau bezahlbarer Wohnungen muss bei jedem Bürgermeister im Norden zur Chefsache werden.

    Politik und Wohnungswirtschaft haben sich am Freitag in Berlin auf Einladung von Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Wohngipfel getroffen.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Der Wohngipfel hat eines gezeigt: der Bau bezahlbarer Wohnungen ist bei der Bundesregierung und den Bundesländern inzwischen Chefsache. Jetzt kommt es darauf an, dass auch in den Kommunen – denn dort wird konkret über entsprechenden Vorhaben entschieden – die Schaffung bezahlbaren Wohnraums von den Bürgermeistern als Hauptaufgabe begriffen wird. Wohnungsbau braucht Vorfahrt!“

    „Die im VNW organisierten Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften stehen bereit, den benötigten bezahlbaren Wohnraum zu errichten. Sie bieten sich deshalb an, weil sie sogenannte Bestandshalter sind: diese Unternehmen bauen Wohnungen, um sie langfristig zu preiswerten Mieten anzubieten. Und sie investieren Jahr für Jahr Hunderttausende von Euro in ihre lebenswerten Quartiere. Die VNW-Unternehmen sind Vermieter mit Werten!

    Die auf dem Gipfel vereinbarte Wohnraumoffensive mit 1,5 Millionen neuen Wohnungen bedeutet, dass bis zum Jahr 2021 in den drei norddeutschen Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg zusammen rund 130.000 Wohnungen geschaffen werden. Ich halte das für ein erreichbares Ziel. Die Wohnungswirtschaft wird die drei Landesregierung an diesem heute abgegebenen Versprechen messen.

    Am Geld wird die Erfüllung der Zusage nicht scheitern. Von den vom Bund bis zum Jahr 2021 zugesagten rund fünf Milliarden Euro für die soziale Wohnraumförderung werden insgesamt rund 400 Millionen Euro in den Norden fließen. Damit können rund 8000 Sozialwohnungen mit jeweils rund 50.000 Euro gefördert werden. Hinzu kommen rund 630 Millionen Euro für die Städtebauförderung. Beim sozialen Wohnungsbau gibt es in den kommenden drei Jahren keine Ausreden.

    Sorgen bereiten mir die weiter steigenden Baupreise und die ausgelasteten Kapazitäten der Bauwirtschaft. Dagegen kann die Politik nicht direkt etwas unternehmen. Die Festlegung der Politik, dass man auch nach 2021 den Bau und die Sanierung von Wohnraum kontinuierlich fördern werde, könnte jedoch Sorgen bei den Bauunternehmen mindern und diese zur unbefristeten Einstellung von Arbeiternehmerinnen und Arbeitnehmern bewegen. Die Politik muss jetzt langfristig geltende Zusagen machen.

    Auf der Tagesordnung bleibt auch nach dem Wohngipfel unsere Forderung an die Kommunen, rasch geeignete Baugrundstücke zur Verfügung zu stellen. Zudem muss die Politik endlich die Bürokratie angehen. Wer schnell bauen soll, braucht schlanke gesetzliche Vorschriften. Sonst bleiben alle in Berlin getroffenen Verabredungen Luftschlösser. Und nur die brauchen keine Grundstücke.

    Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V. vertritt in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 341 Wohnungsgenossenschaften und -gesellschaften. In ihren 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Im Jahr 2017 investierten die VNW-Unternehmen in den drei Bundesländern insgesamt 1,662 Milliarden Euro in die Sanierung, die Modernisierung und den Neubau bezahlbarer Wohnungen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt in den drei Bundesländern bei den VNW-Mitgliedsunternehmen bei 5,74 Euro. Wir sind der Verband der Vermieter mit Werten!

    Foto: VNW-Direktor Andreas Breitner bewertete am Freitag live bei n.tv die Ergebnisse des Wohngipfels.