VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    In die Höhe und nicht in die Breite

    VNW-Direktor Andreas Breitner zur Reform des Landesentwicklungsplans: "Weg vom alten Denken rund ums Einfamilienhaus und Geschosswohnungen bauen." 

    154/2019

    Das Innenministerium will mit der Reform des Landesentwicklungsplans rund 900 Kommunen in Schleswig-Holstein mehr Freiräume für den Bau von Wohnungen verschaffen. „Bei der Überarbeitung des Planentwurfes werden wir ein besonderes Augenmerk auf den Miet- beziehungs-weise Geschosswohnungsbau legen und hier zusätzliche Anreize schaffen“, sagte Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) am Dienstag. Die besagten Gemeinden sollen so behandelt werden, als ob dort von 2010 bis 2017 keine Bauten fertiggestellt wurden. Zuvor hatten die „Kieler Nachrichten“ darüber berichtet.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Die Landesregierung tut gut daran, den Städten und Gemeinden den Bau von Miet- und Geschosswohnungen zu erleichtern. Dadurch lässt sich der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum nachhaltig befriedigen. Da bezahlbarer Wohnraum vor allem in besonders nachgefragten Regionen mit höheren Grundstückspreisen fehlt, helfen Wohngebäude mit mehreren Einheiten, die Wohnungen bezahlbar zu machen. Einfach mal weg vom alten Denken rund ums Einfamilienhaus, sondern Umparken im Kopf und Geschosswohnungsbau realisieren.

    Zudem ist es wichtig, dass angesichts der Herausforderungen des Klimaschutzes die Zersiedlung weiterer Flächen verhindert und die ökologischen Folgen mitbedacht werden. Der Flächenverbrauch durch immer mehr Versiegelung birgt ökologische Risiken. Die Förderung sollte also auch die Verdichtung bereits vorhandener Wohngebiete im Blick haben: Innen- vor Aussenentwicklung.

    Nicht immer neue Neubaugebiete am Rand und im Ortskern Leerstand und Brache. Das Aufstocken von bestehenden Gebäuden ist eine sinnvolle Ergänzung. Allerdings führt kein Weg am Neubau vorbei. Schleswig-Holstein muss in die Höhe und nicht mehr in die Breite wachsen. Das ist für Menschen wie für das Land einfach gesünder. 

    Wichtig ist zudem, in diesem Zusammenhang verstärkt auf Typengenehmigungen zu setzen. Ein Wohngebäude, dessen Errichtung an einem Ort bereits erlaubt wurde, kann in weiten Teilen auch an anderen Orten ohne weitere Prüfung genehmigt werden. Was in Lübeck genehmigt wird, müsste auch in Niebüll, Elmshorn oder Kiel ohne hohe bürokratischen Hürden entstehen können. Das spart Aufwand, Zeit und damit Geld.“

    Der VNW vertritt in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 359 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,74 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

    Foto: Sebastian Brogca/dpa