VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Immowelt-Studie nicht repräsentativ

    VNW-Direktor Andreas Breitner: Die allermeisten Wohnungen von Genossenschaften und kommunaler Wohnungsunternehmen tauchen nicht auf.

    Das Immobilienportal Immowelt hat bei einer Untersuchung von fast 300.000 Inseraten einen deutlichen Anstieg der Mieten in den vergangenen fünf Jahren in 80 deutschen Großstädten festgestellt. In Kiel erhöhte sich demnach in dem Zeitraum das Mittel der Nettokaltmiete bei einer Neuvermietung um 20 Prozent, in Lübeck um 30 Prozent.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Die Untersuchung von Immowelt ist nicht repräsentativ und mit großer Vorsicht zu genießen. Die allermeisten Wohnungen, die von Genossenschaften oder kommunalen Wohnungsunternehmen in Schleswig-Holstein zu bezahlbaren Preisen vermietet werden, tauchen auf dem Portal gar nicht auf. So liegt beispielsweise die durchschnittliche Nettokaltmiete bei den schleswig-holsteinischen VNW-Unternehmen bei 5,62 Euro – also deutlich unter dem von Immowelt ermittelten Wert. Kein Wunder, denn Immowelt kennt diese Mieten gar nicht. Stattdessen fließen Wohnungen ein, die auch aufgrund ihrer hohen Mieten dauerhaft nicht vermietbar sind und weiter angeboten werden müssen.“

    „Nichtsdestotrotz besteht in den größeren Städten Schleswig-Holsteins, auf den Nordseeinseln und am Rande von Hamburg Bedarf an bezahlbarem Wohnraum. Um diesen Bedarf zu decken, ist es vor allem notwendig, Wohnungen zu bauen. Dazu müssen die Kommunen Bauland ausweisen und die Grundstücke an jene Unternehmen zu fairen Preisen verkaufen, die Wohnungen zu günstigen Mieten anbieten.“

    „Wer vorschnelle Schlüsse ausschließen und auf belastbare Zahlen setzen will, sollte die Mieten der rund 170.000 Wohnungen unserer Mitgliedsunternehmen in Schleswig-Holstein in die Betrachtung einbeziehen. Dann relativiert und entspannt sich vieles in der oft aufgeregten Diskussion um die richtige Wohnungspolitik“, erklärte Verbandsdirektor Andreas Breitner.

    Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V. vertritt in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 341 Wohnungsgenossenschaften und -gesellschaften. In ihren 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Im Jahr 2017 investierten die VNW-Unternehmen in den drei Bundesländern insgesamt 1,662 Milliarden Euro in die Sanierung, die Modernisierung und den Neubau bezahlbarer Wohnungen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt in den drei Bundesländern bei den VNW-Mitgliedsunternehmen bei 5,74 Euro.

    Foto: dpa/Jens Kalaene