VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Hochhäuser können helfen

    VNW-Direktor Andreas Breitner zur aktuellen Debatte über den Bau von Hochhäusern: "Quer denken und auch wieder hoch bauen.“

    106/2019

    In Kiel wird auf Grund des Fehlens von bezahlbaren Wohnungen derzeit darüber nachgedacht, vermehrt Hochhäuser zu errichten. Planer haben ein Konzept erstellt und denkbare Bauflächen ermittelt.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Der Bau von Hochhäusern kann helfen, in besonders nachgefragten Städten den Mangel an bezahlbaren Wohnungen zu beseitigen. Kiel gehört dazu. Ich plädiere daher im Norden für eine Renaissance des Hochhauses. Nicht für 30-stöckige Wolkenkratzer; aber es wäre sinnvoll, mehr als bisher zehn- oder zwölfstöckige Gebäude zu errichten. Auf knapper werdendem Baugrund könnte so mehr bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden. Länder und Kommunen sollten die entsprechenden baurechtlichen und -planerischen Voraussetzungen dafür schaffen.

    Hochhäuser ermöglichen zudem ein ausgewogenes Nebeneinander von verdichtetem Wohnen und Umweltschutz. Mancher, der heute schon in der Stadt wohnt, sorgt sich um den Verlust von Grünflächen. Hochhäuser könnten dieser Sorge Rechnung tragen und den Flächenbedarf begrenzen. Höhere Gebäude wären zudem nachhaltiger, weil nicht immer neue Straßen, Bushaltestellen oder andere Infrastruktur gebaut werden müssten.

    Bis zum Jahr 2022 sollen in Deutschland fast 100 Hochhäuser mit rund 18.400 Wohnungen errichtet werden. Das Problem besteht darin: diese Hochhäuser werden wohl allesamt Luxuswohnungen beherbergen. Warum nur in diesem Preissegment? Warum nicht bezahlbarer? Warum nicht im Drittelmix? Nicht der Mettenhofer Weiße Riese, sondern in einer Mischung verschiedenen Einkommensschichten.

    Mir ist klar, dass auch beim Bau von Hochhäusern großer Wert auf Nachhaltigkeit gelegt werden muss. In diesen Wohnungen sollen die Menschen auch in 30 oder 40 Jahren noch gern leben wollen. Ich weiß auch um die höheren Kosten, weil beispielsweise Brandschutzauflagen für derartige Gebäude mächtig ins Geld gehen.

    Dennoch: Hochhäuser können in angesagten Städten wie Kiel, Lübeck, Hamburg oder Rostock für ausreichend bezahlbarer Wohnraum sorgen, ohne dass diese Städte ihre besondere Ausstrahlung und ihren Lebenswert verlieren. Also Kiel: Quer denken und auch wieder hoch bauen.“

    Der VNW vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 359 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,74 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

    Foto: dpa/Daniel Bockwoldt