VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

    Meldungen

    Hilft nicht beim Wohnungsbau

    Umfrage: Mehr als zwei Drittel der Experten aus der Wohnungsbranche glauben nicht an den Erfolg einer neuen Landeswohnungsbaugesellschaft.

    211/2019

    Kiel. Die Gründung einer schleswig-holsteinischen Landeswohnungsbaugesellschaft ist nach Ansicht der norddeutschen Wohnungswirtschaft kein geeigneter Weg, mehr bezahlbaren Wohnraum im Land zu schaffen. 

    Das ergab eine Umfrage unter den Geschäftsführern und Vorständen der 80 schleswig-holsteinischen VNW-Wohnungsunternehmen, die 140.000 Wohnungen vermieten. Mehr als zwei Drittel der wohnungswirtschaftlichen Experten halten demnach die Neugründung einer schleswig-holsteinischen Wohnungsbaugesellschaft für nutzlos. Die oppositionelle SPD-Landtagsfraktion hatte die Gründung einer entsprechenden Gesellschaft vorgeschlagen.

    „Wir sind uns einig darin ein, dass der Bau bezahlbarer Wohnungen intensiviert werden muss“, sagt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW). „Allerdings gibt es im Lande ausreichend Unternehmen, die für das bezahlbare Wohnen stehen. Im vergangenen Jahr investierten diese Unternehmen 203 Millionen Euro in den Bau von Wohnungen. 1243 Wohnungen wurden an die Mieterinnen und Mieter übergeben. Das Land sollte weiter auf Vermieter mit Werten, statt auf staatliche Eingriffe setzen. Die durchschnittlichen Nettokaltmieten von VNW-Unternehmen liegen deutlich unter dem örtlichen Mietendurchschnitt.“

    „Die Neugründung einer landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft schafft zunächst keine einzige zusätzliche Wohnung, die aber rasch gebraucht werden“, sagte VNW-Direktor Andreas Breitner weiter. „Allerdings sind in den kommenden Jahren zweitstellige Millionenbeiträge für den Aufbau der Gesellschaft notwendig. Hinzu kommt, dass eine Landeswohnungsbaugesellschaft mit den gleichen Problemen zu kämpfen hat wie VNW-Unternehmen. So fehlt es in den besonders nachgefragten Regionen an Baugrundstücken. Auch die Baugenehmigungszeiten sind nach wie vor zu lang.“

    Das Land Schleswig-Holstein hatte im Jahr 2003 die landeseigne Entwicklungsgesellschaft mit ihren 20.000 Wohnungen veräußert.

    „Wenn möglich, macht es Sinn, begangene Fehler zu korrigieren. In Schleswig-Holstein aber haben 16 Jahre nach dem Verkauf der LEG längst sozial verantwortliche Wohnungsgesellschaften und -genossenschaften die Lücken geschlossen. Gerade auf den engen Wohnungsmärkten sind ausreichend Akteure vorhanden, die das bezahlbare Wohnen durch niedrige Mieten garantieren. Auf anderen Wohnungsmärkten, in denen die Wohnung schon heute den Mieter sucht, ist der Neubau überflüssig und wäre unwirtschaftlich. Davor kann man Wirtschaft und Staat nur warnen“, sagte Breitner.

    Der VNW-Direktor verwies auf die guten Erfahrungen, die viele schleswig-holsteinische Kommunen in den vergangenen Jahrzehnten mit VNW-Unternehmen gemacht haben. „Beispiele dafür gibt es genug, sei es in Flensburg, Kiel, Lübeck, Heide oder im Hamburger Speckgürtel. Wenn Verwaltung und Wohnungswirtschaft gut zusammenarbeiten, dann war und ist das im Interesse der Mieterinnen und Mieter.“

    Der VNW vertritt in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 359 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,74 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

    Fotomontage: VNW/Daniel Reinhardt/dpa