VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Hamburg baut vor

    VNW-Direktor Andreas Breitner: Die Zukunft des bezahlbaren Wohnens wird in Hamburg auch an den Magistralen entschieden.

    17/2020

    Hamburg hat sich für die sogenannte Magistralen-Bebauung den Zugriff auf Grundstücke gesichert. Mit einer entsprechenden Verordnung sei eine rechtliche Grundlage für eine städtebauliche Weiterentwicklung an der Magistrale B75 im Stadtteil Tonndorf geschaffen worden, teilte die Stadtentwicklungsbehörde am Montag mit. Die Verordnung sehe vor, dass die Stadt vorrangig ein Grundstück erwerben könne, wenn ein Eigentümer sein Grundstück verkaufen wolle und dadurch die städtische Planung gefährdet werden könne, berichtet die dpa.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Alles, was der Stadt hilft, Grundstücke für den Bau bezahlbarer Wohnungen bereitzustellen, ist sinnvoll und richtig. In Hamburg wurden seit dem Jahr 2011 rund 55.000 Wohnungen errichtet. Mit anderen Worten: bei den Baugrundstücken sind die reifen Früchte gepflückt. Hamburgs künftige wohnungsbauliche Entwicklung wird sich daher auch an den Magistralen entscheiden. Insofern baut die Stadt mit ihrer Verordnung nur vor.

    Gutes Bauland ist - vor allem angesichts steigender Baukosten - die Voraussetzung dafür, dass auch künftig bezahlbare Wohnungen in ausreichender Zahl errichtet werden können. Und da kommen Flächen in den Blick, die beiderseits von Magistralen liegen. Bislang war das Wohnen dort unattraktiv und der Bau hochwertiger Wohngebäude kaum möglich.

    Neue Baustoffe, eine geschickte Architektur und moderne Lärmschutzfenster bieten inzwischen die Möglichkeit, dass auch an viel befahrenen Hauptstraßen gewohnt werden kann. Die hohen Anforderungen an saubere Fahrzeuge tragen dazu bei, dass die Luft besser wird. Die Entwicklung moderner Elektrofahrzeuge lässt zudem erwarten, dass der Lärmpegel mittelfristig weiter sinken wird.

    Dass die Stadt sich der Magistralen annimmt, ist also richtig. Zugleich sollte die Stadt die Herausforderung nutzen, über bürokratische Regelungen nachzudenken. Vorschriften sollten nicht nur bei Bauten an den Hauptstraßen entschlackt werden, sondern in allen Gebieten der Hansestadt.

    Die Entwicklung der Magistralen muss zudem dem Bau von Systemhäusern einen Schub verleihen. Die städtische Gesellschaft SAGA hat mit ihrem Systemhaus ein innovatives Projekt umgesetzt. Es ist ein Beispiel dafür, wie man die Baukosten senken kann, und hat das Zeug, die Wohnungswirtschaft zu revolutionieren.

    Durch eine innovative Entwicklung von Flächen, die an Magistralen liegen, kann Hamburg auch Vorbild für andere Städte werden.“

    Der VNW vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 378 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 738.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,92 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

    Foto: Christian Charisius/dpa