VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Gutachter stellen Jahresbericht vor

    VNW-Direktor Andreas Breitner beklagt Rückgang der Flächen für den Geschosswohnungsbau. Damit fehlen Grundstücke für bezahlbares Wohnen.

    Hamburg. Hohe Nachfrage, geringes Angebot: Die Preise für Häuser, Wohnungen und Grundstücke sind in Hamburg im vergangenen Jahr um zehn Prozent und mehr gestiegen. Das ergab die Auswertung der notariell abgeschlossenen Kaufverträge durch den Gutachterausschuss für Grundstückswerte, die am 26. Juni 2018 in der Hansestadt veröffentlicht wurde. Danach betrug der Preisanstieg für freistehende Einfamilienhäuser elf Prozent, für Reihenhäuser, Eigentumswohnungen, Mehrfamilienhäuser und Baugrundstücke für Einfamilienhäuser jeweils zehn Prozent. Bei Bauplätzen für Mehrfamilienhäuser gab es einen Anstieg um 14 Prozent.

    „Aus Sicht der im VNW organisierten Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften ist bedenklich, dass die Zahl der im vergangenen Jahr verkauften Grundstücke rückläufig ist", sagte VNW-Direktor Andreas Breitner zu der Veröffentlichung. So sei die Zahl der Bauplätze für den Geschosswohnungsbau um sechs Prozent gesunken. "Geschosswohnungsbau ist aber der sinnvollste und nachhaltigste Weg, in einer Metropole wie Hamburg bezahlbaren Wohnraum zu errichten. Vor allem ist das der einzige Weg, die erforderliche Menge an bezahlbarem Wohnraum zu schaffen", sagte der VNW.-Direktor. Die Grundstückspolitik der Stadt müsse ihr Augenmerk darauf richten, ausreichend Flächen zu bezahlbaren Preisen zur Verfügung zu stellen.

    "Die Größenordnung der Preissteigerungen ist ähnlich wie im Vorjahr", sagte der Fachbereichsleiter für Marktanalyse beim Gutachterausschuss, Volker Junge. "Eine Abschwächung ist nicht zu erkennen." Die Nachfrage nach Wohnimmobilien sei weiterhin hoch, doch das Angebot geringer geworden. Insgesamt werden in der Hansestadt weniger Immobilien gehandelt, seitdem die Preise stark gestiegen sind.

    Im vergangenen Jahr ging die Zahl der verkauften Häuser, Grundstücke und Wohnungen um 700 auf rund 12.100 zurück. Der Umsatz stieg jedoch um rund acht Prozent auf elf Milliarden Euro. "Wer eine Immobilie als Anlageobjekt hält, wartet mit dem Verkauf nach Möglichkeit auf weiter steigende Preise", sagte Junge.

    Im Gegensatz zu den Marktanalysen von Maklern, Bausparkassen oder Immobilienportalen, die sich oft auf Preisforderungen von Verkäufern beziehen, geben die Zahlen des Gutachterausschusses die real gezahlten Preise wieder und sind damit die aussagefähigste Statistik zum Hamburger Immobilienmarkt. Die höchsten Preise werden in Hamburg an der Elbe und rund um die Alster gezahlt.

    Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V. vertritt in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 341 Wohnungsgenossenschaften und -gesellschaften. In ihren 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Im Jahr 2017 investierten die VNW-Unternehmen in den drei Bundesländern insgesamt 1,662 Milliarden Euro in die Sanierung, die Modernisierung und den Neubau bezahlbarer Wohnungen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt in den drei Bundesländern bei den VNW-Mitgliedsunternehmen bei 5,74 Euro. (dpa/vnw)

    Foto: dpa/Daniel Karmann