VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Gut für das bezahlbare Wohnen

    VNW-Direktor Andreas Breitner ist mit den Festlegungen Koalitionsvertrag in Hamburg zur Stadtentwicklung weitgehend zufrieden.

    86/2020

    SPD und Grüne in Hamburg haben sich auf einen Koalitionsvertrag geeinigt. Die Führung der Stadtentwicklungsbehörde verbleibt bei der SPD-Politikerin Dr. Dorothee Stapelfeldt.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Koalitionsverhandlungen sind keine Wunschkonzerte. Dennoch sind wir mit den Ergebnissen der Koalitionsverhandlungen im Bereich der Stadtentwicklung zufrieden. Sie sind geeignet, das bezahlbare Wohnen in der Stadt zu sichern.

    Dass die Behörde weiterhin von Frau Dr. Stapelfeldt geführt wird, ist ein Gewinn für alle. Die Probleme beim Bauen von preiswerten Wohnungen werden in den kommenden Jahren nicht weniger. Da werden Wohnungswirtschaft und Stadt von dem in den vergangenen Jahren entstandenen Vertrauen profitieren.

    Mit Frau Dr. Stapelfeldt wird die Behörde von einer streitbaren, aber pragmatischen Politikerin geführt. Gerade im Bereich der Stadtentwicklung gilt es, die Interessen einer Vielzahl von Beteiligten zu berücksichtigen. Reine Ideologie wäre da fehl am Platze.

    Der Bau von 10.000 Wohnungen jedes Jahr ist ehrgeizig wie notwendig. Zudem den Bau preiswerter, frei finanzierter Wohnungen (sogenannte Hamburg-Wohnungen) voranzutreiben, schafft mehr bezahlbaren Wohnraum. Das ist eine gute Nachricht für Menschen mit mittlerem oder geringem Einkommen.

    Dass in stark nachgefragten Stadtteilen der bewährte Drittelmix aufgegeben werden und bei Neubauprojekten der Anteil der Sozialwohnungen auf 50 Prozent steigen soll, sehe ich kritisch. An manchen Stellen kann der Anteil von 50 Prozent Sozialwohnungen zu hoch sein.

    Zudem führt eine starre 50-Prozent-Quote dazu, dass auf Grund der hohen Grundstückspreise und der gestiegenen Baukosten viele Wohnungsbauprojekte nicht mehr umgesetzt werden können. Geförderte Wohnungen rechnen sich nicht. Sie werden oftmals aus anderen Segmenten quersubventioniert.

    Diese Quersubventionierung funktioniert nicht mehr, wenn der Anteil der Sozialwohnungen zu hoch wird. Das aber kann nicht im Interesse der Stadt sein. Außerdem zeigen Stadtteile wie Steilshoop und Billstedt, dass Monostrukturen städtebaulich nicht hilfreich sind und viele Folgekosten nach sich ziehen.

    Die Sozialbindung einer öffentlich geförderten Wohnung grundsätzlich auf 30 Jahre zu verlängern und die Förderung von Baugenossenschaften und am Gemeinwohl orientierten Wohnungsgesellschaften wie der SAGA werden dem Angebot bezahlbarer Wohnungen in Hamburg guttun.

    Eines darf nicht vergessen werden: die Zielkonflikte für bezahlbares Wohnen sind größer geworden. So stiegen zuletzt die Grundstücks- und Baukosten überdurchschnittlich. Hinzu kamen verschärfte mietrechtliche Regeln und erhöhte Klimaschutzziele.

    Vor allem die hohe Klimaschutzziele werden eine harte Nuss werden. Hier sind Augenmaß und Pragmatismus gefordert. Am Ende gilt: Klimaschutz ja. Unrealistische Forderungen nein. Klimaschutzmaßnahmen dürfen nicht dazu führen, dass sich Normalverdiener Hamburg nicht mehr leisten können.“

    Der VNW vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 384 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 738.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,92 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

    Foto: Bertold Fabricius/VNW