VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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Grundstücke für günstige Mieten

Grünen-Politiker Boris Palmer  fordert mehr Möglichkeiten, Eigentümer zum Bauen zu verpflichten. Doch seine Vorschläge helfen nicht.

Bund und Länder sollten ihre Grundstücke zudem zu fairen Preisen an die Kommunen verkaufen, fordert Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer. Außerdem müsse der Bund den Kommunen gestatten, Höchstpreise für Mieten festzusetzen und Vermietungen nur nach Genehmigung des Mietpreises zu gestatten.

 

Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

„Palmer irrt. Und zwar richtig. Entscheidend ist, dass am Ende mehr bezahlbarer Wohnraum entsteht. Sinnvoll wäre es, öffentliche Grundstücke an Wohnungsgenossenschaften und -gesellschaften zu verkaufen, weil diese die darauf errichteten Wohnungen über viele Jahre zu günstigen Mieten anbieten. Es müssen jene Unternehmen bevorzugt werden, deren Mieten dauerhaft unter dem Mietspiegel liegen.“

„Die staatliche Festlegung von Höchstpreisen für Mieten ist lediglich eine andere Form der Mietpreisbremse. Dadurch wird nicht eine einzige Wohnung gebaut. Diese Maßnahme erhöht weiter die Nachfrage. Dabei ist das mangelnde Angebot unser Wohnungsmarktproblem. Sie hilft daher auf angespannten Wohnungsmärkten nicht. Außerdem besteht die Gefahr, dass eine staatliche Festlegung vor allem politischen Zielen folgt und Regeln nachhaltigen Wirtschaftens ignoriert.“

„Wohnungsgenossenschaften und -gesellschaften  sind nicht vorrangig renditeorientiert, dürfen aber dauerhaft keine roten Zahlen schreiben. Schließlich wollen sie über Jahrzehnte ihre Wohnungsbestände in hoher Qualität erhalten und bewirtschaften.“

Der VNW vertritt in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg insgesamt 332 Wohnungsgenossenschaften und -gesellschaften. In ihren rund 746.000 Wohnungen leben etwa 1,5 Millionen Menschen. Die Mieten bei VNW-Unternehmen liegen zumeist deutlich unter dem Wert des örtlichen Mietspiegels.