VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Grundsteuerreform nutzen

    VNW-Direktor Andreas Breitner zur Studie zur sozialen Durchmischung in Mecklenburg-Vorpommern: "Mehr als ein Alarmsignal."

    21/2020

    Geringverdiener und Hartz-IV-Bezieher werden auch in Mecklenburg-Vorpommern immer mehr aus teuren Innenstadtbereichen und lukrativen Wohnvierteln verdrängt. Innerhalb der vergangenen 15 Jahre sei der ohnehin geringe Anteil der von Sozialleistungen abhängigen Bewohner in Nicht-Plattenbaugebieten teilweise noch einmal um die Hälfte zurückgegangen, berichtet die dpa und beruft sich dabei auf eine am Dienstag in Schwerin vorgestellten Studie zur sozialen Durchmischung in den Wohnvierteln der sechs großen Städten des Landes.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Die Landesregierung sollte jetzt die Reform der Grundsteuer nutzen, die weitere Entmischung von Quartieren zu verhindern. So muss die Berechnung der Grundsteuer auf Grundlage der Fläche erfolgen. Das wäre unbürokratisch und gerecht, da die Grundsteuer die Grundlage für die Infrastruktur einer Kommune ist. Die aber nutzen alle Bewohner gleichmäßig – egal, wo sie wohnen.

    Wer aber die Grundsteuer zu einer verkappten Vermögenssteuer umwandeln will, sorgt dafür, dass sich künftig noch mehr Haushalte mit mittlerem und geringem Einkommen die besonders nachgefragten Quartiere nicht mehr leisten können. Im schlimmsten Fall müssen sie sogar ihre Wohnung aufgeben, weil der Staat sie dazu zwingt.

    Eine Grundsteuer, zu deren Berechnung die Grundstückswerte herangezogen werden, führt nämlich dazu, dass die Mieterinnen und Mieter in besonders nachgefragten Städten und hippen Wohnvierteln höhere Mieten zahlen müssen als bisher.

    Eine Grundsteuer, die auf den Bodenrichtwerten beruht, widerspricht zudem den Forderungen aller Parteien nach bezahlbarem Wohnraum. Auf der einen Seite bauen VNW-Wohnungsunternehmen als Vermieter mit Werten bezahlbare Wohnungen und verlangen dafür über viele Jahrzehnte faire Mieten. Auf der anderen Seite beschließt die Politik Steuerregelungen, die das Wohnen verteuern und die Segregation fördern. Das verstehe, wer will!

    Das Ergebnis der Studie ist ferner mehr als ein Alarmsignal. Die Schweriner Landesregierung muss in den besonders nachgefragten Quartieren rasch mit staatlicher Förderung die Möglichkeiten bezahlbaren Wohnens erhalten. Die im VNW organisierten Wohnungsgenossenschaften und -gesellschaften stehen bereit, diese Wohnungen zu errichten. 

    Mehr als jede zweite Mietwohnung in Mecklenburg-Vorpommern wird von einem VNW-Mitgliedsunternehmen angeboten. Die monatliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei ihnen im Durchschnitt bei 5,21 Euro. Und niemand, der in der Wohnung eines VNW-Unternehmens lebt, muss Angst haben: weder vor Verdrängung, noch vor Luxussanierung.“

    Der VNW vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 378 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 738.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,92 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

    Foto: Jens Büttner/dpa