VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Glücksfall in Büchen

    Der Bau bezahlbarer Wohnungen muss Chefsache sein, sagt VNW-Direktor Andreas Breitner. Die Kleinstadt Büchen hat dafür den richtigen Bürgermeister.

    Büchen - Wann ist Wohnraum bezahlbar? Gibt es ausreichend bezahlbare Wohnungen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt einer Podiumsdiskussion im schleswig-holsteinischen Büchen am 18. April. Angesichts deutlich steigender Einwohnerzahlen in Landkreis Lauenburg stünden Politik und Verwaltung vor großen Herausforderungen, sagte Büchens Bürgermeister Uwe Möller. Besonders wichtig sei es, ausreichend Bauland zur Verfügung zu stellen.

    VNW-Direktor Andreas Breitner machte deutlich, dass der Bau bezahlbarer Wohnungen Chefsache sein müsse. In Büchen sei das so. Damit habe der Ort einen großen Vorteil. Wer 25 bis 30 Prozent seines Einkommen für Wohnen ausgebe, der wohne bezahlbar, fügte Breitner hinzu. Beim geförderten Wohnungsbau in Schleswig-Holstein liege die Kaltmiete bei knapp über fünf Euro pro Quadratmeter. Das sei der Wert, der für niedrige Einkommen bezahlbar sein. Aber es gebe sicher auch Menschen, die ein, zwei Euro pro Quadratmeter mehr zahlen könnten.

    Herbert Köster, Vorstandsvorsitzender der Gemeinnützigen Kreisbaugenossenschaft Lauenburg, verwies darauf, dass man derzeit über 760 Wohnungen im Landkreis Lauenburg verfüge. Die durchschnittliche Kaltmiete liege derzeit bei 5,10 Euro pro Quadratmeter. Derzeit würden in Mölln 80 neue Wohnungen – die Hälfte öffentlich gefördert – in Mölln gebaut. Weitere 120 Wohnungen seien in Planung. Köster klagte darüber, dass Bebauungspläne zu lange dauerten. Auch deshalb seien die Baukosten so hoch.

    Olaf Schulze, Bürgermeister von Geesthacht, machte deutlich, dass man rasch Bebauungspläne entwickele, um den Bau von Wohnungen zu ermöglichen. Zudem wolle man eine eigene Erschließungsgesellschaft gründen, die eigene Grundstücke für den Bau von Wohnungen vorbereite. Man habe festgelegt, dass bei Neubauprojekten 25 Prozent der geplanten Wohnungen für Sozialwohnungen vorgehalten werden müssten.

    Auf die Frage, ob es grundsätzlich sinnvoll sei, kommunale Wohnungsgesellschaften zu gründen, meinte Breitner, das hänge von der Lage vor Ort ab. Manchmal sei es wie beispielsweise in Kiel sinnvoll, dass die Stadt eine eigene Gesellschaft neu gründe.

    In anderen Fällen lohne die Zusammenarbeit einer Kommune mit Wohnungsgenossenschaften, die bereits in der Region aktiv seien und Wohnungen vermieteten. Die Mitgliedsunternehmen des VNW seien sogenannte Bestandshalter, die Wohnungen bauten, um sie über Jahrzehnte zu verwalten und zu vermieten – und damit genau der richtige Ansprechpartner.

    Nach den Worten von Breitner ist es notwendig, dass eine Gemeinde sich zunächst darüber klar wird, welcher Bedarf an Wohnungen besteht. Wenn man nicht zu Potte komme, sei es möglicherweise sinnvoll, auf Kreisebene den Wohnungsbau zu koordinieren. „Manchmal hilft es bei der Suche nach Lösungen, wenn ein andere auf die Problematik schaut.“

    Köster verwies darauf, eine Wohnungsbaugenossenschaft sei zwar nicht auf maximale Profite aus, müsse aber dennoch gut wirtschaften, damit man nich pleite gehe. Ohne eine öffentliche Förderung sei die Schaffung bezahlbaren Wohnraums kaum mehr möglich, sagte der Experte.

    Büchens Bürgermeister Uwe Möller verwies darauf, dass in seiner Gemeinde künftig öffentliche Grundstücke vergünstigt an Wohnungsunternehmen vergeben würden, wenn die zusicherten, Sozialwohnungen zu errichten. Kommunen hätten es selbst in der Hand, etwas für bezahlbares Wohnen zu tun.

    Foto: VNW