VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Gewandelte Wohnbedürftnisse

    VNW-Direktor Andreas Breitner zu den CDU-Vorschlägen für mehr Wohnraum:  Dauerhafte Förderung von Wohnungen in Mehrfamilienhäusern zielführender.

    29/2019

    Die CDU-Fraktion im schleswig-holsteinischen Landtag hat Vorschläge für mehr bezahlbaren Wohnraum in Schleswig-Holstein vorgelegt.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    "Die Vorschläge der CDU sind nicht neu, aber richtig. Mehr Geld für den Bau von Mehrfamilienhäusern zur Verfügung zu stellen, ist der richtige Weg. Dort liegt der Bedarf. Zielführender wäre aber eine dauerhafte marktgerechte Förderung des Bau von Wohnungen in Mehrfamilienhäusern.

    Ideologisch bedingt, setzt die schleswig-holsteinische Union auf die alten Rezepte der achtziger und neunziger Jahre: Jedem sein Einfamilienhaus. Dabei haben sich nicht nur die Wohnbedürfnisse lange gewandelt.

    Gebäude mit vielen Wohnungen sind nachhaltig, weil dadurch weniger Fläche verbraucht wird und so vor allem in besonders nachgefragten Regionen ausreichend bezahlbare Wohnungen geschaffen werden können. Notwendig ist eine Verdichtung bestehender Quartiere, wo bereits die Infrastruktur vorhanden ist.

    Auch beim Wohngeld besteht Handlungsbedarf. Das Geld muss regelmäßig fließen und jeweils an den regionalen Wohnungsmarkt angepasst werden. Allerdings sieht das geltende Recht das bereits vor. Wichtig wäre, dass auch Wohnnebenkosten wie Heizung und Betriebskosten beim Wohngeld berücksichtigt würden.

    In Schleswig-Holstein haben dem Statistikamt zufolge Ende 2017 rund 20.500 Haushalte Wohngeld bezogen, rund neun Prozent weniger als im Jahr zuvor. Forscher gehen davon aus, dass nur ein Drittel der Anspruchsberechtigten Wohngeld bezieht. Somit ‚spart‘ Schleswig-Holstein Jahr für Jahr rund 80 Millionen Euro.

    Notwendig ist es, die Menschen aufzuklären und ihnen die Sorge zu nehmen, dass sie erst ihr Angespartes aufbrauchen oder umziehen müssen, wenn sie Wohngeld beziehen. Zudem liegen die für eine automatische Überweisung notwendigen Daten bei den Finanzämtern vor. Anstatt auf einen Antrag einer Bürgerin oder eines Bürgers zu warten, könnte der Staat mit der Prüfung der Steuererklärung feststellen, ob ein Anspruch auf Wohngeld besteht, und es einfach überweisen.“

    Der VNW vertritt in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 359 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,74 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg(at)vnw.de

    Foto: dpa/Jens Büttner