VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Geschosse statt Einfamilienhaus

    VNW-Direktor Andreas Breitner zum Grünen-Parteitag: "Wir unterstützen die Debatte über die ausufernde Siedlungsentwicklung der Gemeinden."

    78/2019

    Auf ihrem Landesparteitag an diesem Wochenende werden die schleswig-holsteinischen Grünen auch über den Entwurf des Landesentwicklungsplans diskutieren. Verärgert reagiert die Partei darüber, dass den Kommunen erlaubt werden soll, mehr Neubaugebiete auszuweisen. Stattdessen solle lieber im Bestand höher gebaut werden.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Wir unterstützen die schleswig-holsteinischen Grünen ausdrücklich dabei, eine landesweite Debatte in Schleswig-Holstein über die ausufernde Siedlungsentwicklung der Städte und vor allem der Dörfer zu führen. Wer die Kinder und die Jugendlichen, die Freitag für Freitag für mehr Klimaschutz demonstrieren, ernst nimmt, muss sich fragen, wie viele Flächen wir denn noch für ineffizienten und ökologisch fragwürdigen Wohnungsbau versiegeln wollen?

    Bis zum Jahr 2030 soll es in Schleswig-Holstein rund 62.000 Haushalte mehr als Ende 2014 geben. Der Wohnungsmarktprognose des Landes zufolge müssen bis dahin rund 152.000 Wohnungen errichtet werden. Dieses Wachstum kann das Land nur durch effizientes Wohnen stemmen. 

    Deshalb muss der Fokus auf den Bau von Geschosswohnungen gerichtet werden. So können auf einem Hektar zehn freistehende Einfamilienhäuser mit Garten, 40 Reihenhäuser oder 250 Geschosswohnungen entstehen. Damit ist klar, dass die Einfamilienhäuser ein Auslaufmodell sind.

    Geschosswohnungen sind auch beim Energieverbrauch effizienter. Der jährliche Wärmeverbrauch liegt bei einem Wohngebäude mit einer Fläche zwischen 100 und 150 Quadratmetern zwischen 142 und 166 Kilowattstunden pro Quadratmeter. Bei einem mehrgeschossigen Gebäude mit einer Fläche von mehr als 1000 Quadratmetern werden zwischen 125 und 149 Kilowattstunden pro Jahr und Quadratmeter verbraucht.

    Für die Kommunen wiederum liegen die Vorteile des Geschosswohnungsbaus gegenüber Einfamilienhaussiedlungen vor allem in geringeren Infrastrukturkosten. Die Bewohner wiederum haben kurze Wege zum Ortszentrum oder zu den Schulen sowie den Kitas. Wir brauchen mit grüner Hilfe aus wohnungspolitischen und ökologischen Gründen eine Renaissance des Mehrfamilienhauses und das Ende des freistehenden Einfamilienhauses. Höher, dichter und effizienter, das ist moderne Siedlungsentwicklung.“

    Der VNW vertritt in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 359 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,74 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

    Foto: dpa/Jens Büttner