VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Geschoss- oder Einfamilienhäuser?

    VNW-Direktor Andreas Breitner zur 1. Sitzung des Landesplanungsrats: "Entscheidend wird sein, wo welcher Wohnraum qualitativ entstehen wird."

    Anlässlich der 1. Sitzung des Landesplanungsrates Schleswig-Holstein erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Schleswig-Holstein schafft die landesplanerischen Voraussetzungen für mehr Bevölkerungswachstum. 211 der rund 1100 Städte und Gemeinden unterliegen keinen landesplanerischen Vorgaben bei der Wohnungsbauentwicklung. Für alle anderen gilt ein wohnungsbaulicher Entwicklungsrahmen mit einem höchstmöglichen Wachstum von zehn bis 15 Prozent. Das Land Schleswig-Holstein stellt damit die quantitativen Weichen für mehr Bevölkerungswachstum.“

    „Entscheidend wird aber sein, wo welcher Wohnraum qualitativ entstehen wird. Geschosswohnungsbau- oder mehr Einfamilienhäuser? Ortskerne stärken oder Ränder erweitern? Immer mehr neue aneinandergereihte Einfamilenhausgebiete helfen bei der Erreichung der Wohnungsbauziele des Landes nicht. Hier muss das Land regeln und seine Kommunen beraten, damit das Richtige an den richtigen Stellen entsteht."

    "Immer mehr Neubaugebiete mit Einzelhausbebauung fressen enorme Flächen und ziehen zunehmend Bauwillige aus den Dorfkernen in die Ränder. Wir stärken aber nur die Dörfer, wenn wir ihre Kerne verdichten. Hier gilt der Grundsatz: Innenentwicklung vor Außenentwicklung. Das ist vielleicht mühsamer, als Neubaugebiete am Rand zu realisieren. Aber es lohnt die Mühe, weil die ländlichen Orte nur dann attraktiv und erhalten bleiben, wenn man die Kirche am Ende nicht allein im Dorfe lässt.“

    Einer Prognose der Kieler Landesregierung zufolge müssen landesweit bis zum Jahr 2030 rund 154.000 Wohnungen errichtet werden. Da der Bedarf derzeit besonders hoch ist, liegt der Bedarf bis 2019 bei rund 78.000 Wohnungen. Erreichbar ist dieses Ziel vor allem mit Hilfe des Geschosswohnungsbaus. Im Durchschnitt wurden in den vergangenen Jahren pro Jahr rund 10.000 Wohnungen errichtet. Zeitnah müssten es gut 15.000 pro Jahr sein.

    Die im VNW organisierten schleswig-holsteinischen Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften stellten im vergangenen Jahr 792 Wohnungen fertig. In diesem Jahr sollen es rund 1400 werden. Die Investitionen der VNW-Unternehmen in den Neubau von Wohnraum in Schleswig-Holtein lag 2017 bei rund 204 Millionen Euro. In diesem Jahr sollen es rund 244 Millionen Euro werden.