VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Gemischte Bilanz

    In Hamburg ist in den ersten neun Monaten dieses Jahres die Zahl der Baugenehmigungen gesunken - in Schleswig-Holstein gestiegen.

    Die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen ist dem Statistikamt Nord zufolge in Hamburg in den ersten neun Monaten dieses Jahres im Vergleich zu 2017 um 28,2 Prozent gesunken. In Schleswig-Holstein stieg die Zahl hingegen um 6,2 Prozent.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Die Zahlen für Hamburg sind kein Grund zur Panik, aber ein Warnsignal. Obwohl Verantwortliche aller Parteien nicht müde werden, den Mangel an bezahlbarem Wohnraum zu beklagen, sinken die Genehmigungszahlen durch die Stadt. Das steht im krassen Widerspruch zu den Diskussionen über eine Verschärfung der Mietpreisbremse und den Versprechen der Parteien im Vorfeld der Bezirkswahlen im kommenden Jahr. Entlastung bringt nur der Bau von bezahlbaren Wohnungen. Dazu sind Grundstücke für jene Unternehmen notwendig, die über Jahrzehnte hinaus verbindlich Mieten zusagen, die unter dem Mietspiegel liegen. In Hamburg wurden dem Statistikamt Nord zufolge in den ersten neun Monaten dieses Jahres Baugenehmigungen für 7.122 Wohnungen erteilt. In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres waren es 9.913.

    In Schleswig-Holstein zeichnet sich ein Wandel in der Genehmigungspraxis zu Gunsten des Geschosswohnungsbaus ab. Während die Zahl der genehmigten Wohngebäude um 1,7 Prozent sank, stieg die Zahl der genehmigten Wohnungen um 6,2 Prozent. Besonders stark war der Anstieg bei den Neubauwohnungen in Gebäuden mit drei und mehr Wohnungen. Hier lag der Anstieg von 2017 zu 2018 bei 18,6 Prozent. Das ist eine gute Entwicklung, denn allein die Genehmigung von Einfamilienhäusern löst das Problem des Mangels an bezahlbarem Wohnraum nicht. In Schleswig-Holstein wurde dem Statistikamt zufolge in den ersten neun Monaten dieses Jahres der Bau von 11.277 Wohnungen genehmigt. Im Vergleichszeitraum 2017 waren es 10.615.

    Der Worte sind genug gewechselt, nun lasst uns endlich Taten sehen. Die Lösungen für ein rascheren Bau bezahlbarer Wohnungen liegen auf dem Tisch: weniger Bürokratie und mehr bezahlbare Grundstücke!"

    Die Statistiken des Statistikamts Nord sind hier für Hamburg und Schleswig-Holstein einzusehen.

    Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V. vertritt in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 341 Wohnungsgenossenschaften und -gesellschaften. In ihren 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Im Jahr 2017 investierten die VNW-Unternehmen in den drei Bundesländern insgesamt 1,662 Milliarden Euro in die Sanierung, die Modernisierung und den Neubau bezahlbarer Wohnungen. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    Foto: dpa/Amy Beth Bennett