VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

    Meldungen

    Freiheit braucht auch Raum

    VNW-Direktor Andreas Breitner zu den Anti-Terrorvorschlägen von Minister Grote: "Der Vorschlag führt in die falsche Richtung."

    68/2019

    Deutsche Städte sollten nach Meinung von Schleswig-Holsteins Innenministers Hans-Joachim Grote (CDU) Terror-Risiken auch mithilfe geschickter Stadtplanung eindämmen. Sie sollten motiviert werden, ihre Plätze zu sichern – „mit einer Stadtmauer oder einem Stadtwall, vielleicht auch mit der Art der Bebauung um den Platz herum“.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Ich habe ich Verständnis für die fachliche Einschätzung des Ministers und seiner Sicherheitsexperten. Allerdings führt der Vorschlag in die falsche Richtung. Die Menschen würden derartige bauliche Beschränkungen als bedrohlich empfinden. Sie möchten nicht von Barrieren umzingelt sein. Stadtmauern stammen aus vergangenen Jahrhunderten und sind heute überholt. Ich stelle mir vielmehr eine offene Stadtgesellschaft mit freien und barrierefreien Zugängen vor. Freiflächen statt Engpässe.

    Wenn man den Vorschlag von Minister Grote weiterdenkt, könnte die nächste Idee lauten: Dort, wo viele Menschen wohnen, muss der den Zugang beschränkt werden. Das aber wären dann die Wohnquartiere unserer Mitgliedsunternehmen. Und was ist mit Hochhäusern? Der fürchterlichste Anschlag der Gegenwart war auf ein Hochhaus. Zwar aus der Luft, aber das muss ja nicht wieder so kommen. 

    Wir wollen keine Hochsicherheitstrakte mit Toren und Pollern. Das werden sich auch unsere Mieterinnen und Mieter bzw. unsere Mitgliedsunternehmen nicht leisten können und wollen. Finanziell und gesellschaftlich. Demokratie und Freiheit brauchen auch Platz und Raum.“

    Der VNW vertritt in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 359 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,74 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

    Foto: AdobeStock/VRD