VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Fernwärme darf nicht teurer werden!

    VNW-Direktor Andreas Breitner zum Rückkauf des Hamburger Fernwärmenetzes: Entscheidend ist, dass sich die "zweite Miete" nicht erhöht.

    Der Hamburger Senat beabsichtigt, die in den bestehenden Verträgen mit dem Unternehmen Vattenfall vereinbarte Option zum vollständigen Rückkauf des Fernwärmenetzes fristgerecht bis Ende November 2018 auszuüben. Eine entsprechende Senatsdrucksache wird derzeit vorbereitet und soll am 16. Oktober 2018 beschlossen werden.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Für Mieterinnen und Mieter in Hamburg ist am Ende entscheidend, dass sich Fernwärmekosten nicht erhöhen. Deshalb muss der Hamburger Senat den Menschen jetzt reinen Wein einschenken und versprechen: der Rückkauf der Energienetze wird keine zusätzlichen Kosten für die Mieterinnen und Mieter mit sich bringen. Eine umweltgerechte Energieversorgung wird von den Menschen mehrheitlich nur dann akzeptiert, wenn sie diese am Ende auch bezahlen können.

    Mehr als 100.000 Haushalte in Wohnungen von VNW-Mitgliedsunternehmen sind am Hamburger Fernwärmenetz angeschlossen. Sie werden die Folgen der Entscheidung des Hamburger Senats mit ihrer ‚zweiten Miete‘ zu tragen haben. Der Senat trägt hier eine besondere Verantwortung. Er muss nicht nur zusammen mit der Wohnungswirtschaft bezahlbare Wohnungen schaffen, sondern er muss auch dafür sorgen, dass die Kosten für Fernwärme aus ideologischen Gründen nicht deutlich steigen.

    Die im VNW organisierten Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften sind in Hamburg mit rund 1.000 Anschlüssen im Fernwärmenetz der Hansestadt vertreten. Bereits jetzt belasten die Heizkosten die Haushalte in Wohnungen von VNW-Unternehmen im Durchschnitt mit einem Euro pro Quadratmeter. Experten gehen zudem von einem deutlichen Anstieg der Energiepreise in den kommenden Monaten aus.

    Fernwärme ist derzeit im Vergleich zu anderen Wärmeversorgungsformen relativ teuer. Hinzu kommt: der Preis je Megawattstunde für Kohle ist im Vergleich zu Gas bzw. erneuerbaren Energien deutlich günstiger. Fällt also Kohle aus den Energiemix zur Fernwärme-Erzeugung heraus, kann das den Fernwärmepreis deutlich nach oben treiben.“

    Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V. vertritt in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 341 Wohnungsgenossenschaften und -gesellschaften. In ihren 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Im Jahr 2017 investierten die VNW-Unternehmen in den drei Bundesländern insgesamt 1,662 Milliarden Euro in die Sanierung, die Modernisierung und den Neubau bezahlbarer Wohnungen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt in den drei Bundesländern bei den VNW-Mitgliedsunternehmen bei 5,74 Euro. Wir sind der Verband der Vermieter mit Werten!

    Foto: Fotolia/maho