VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Falsche Hoffnungen werden geweckt

    Hamburg will die Einkommensgrenzen für den Anspruch auf eine Sozialwohnung erhöhen. VNW-Direktor Andreas Breitner: Gut gemeint, aber nicht gut.

    Die Hamburger Stadtentwicklungsbehörde will die Einkommensgrenzen, die zum Bezug einer Sozialwohnung berechtigen, um rund elf Prozent erhöhen. Damit werden künftig fast 70.000 Haushalte mehr die Möglichkeit haben, eine Sozialwohnung zu beziehen, berichtete das Hamburger Abendblatt.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Die Erhöhung der Einkommensgrenzen ist gut gemeint, hilft aber vielen Menschen mit mittleren oder niedrigen Einkommen kaum. Es fehlt schlicht an bezahlbarem Wohnraum und diesen Mangel wird man nicht dadurch beheben, dass mehr Menschen das Recht, in so einer Wohnung zu leben, verleiht. Die jetzt angekündigte Veränderung bei den Einkommensgrenzen weckt falsche Hoffnungen. Die meisten davon werden enttäuscht werden.“

    „Stattdessen ist es notwendig, die Unternehmen, die Wohnungen mit bezahlbaren Mieten anbieten, in die Lage zu versetzen, mehr davon zu bauen. Wie wäre es damit, an jene Wohnungsunternehmen Grundstücke bevorzugt und verbilligt zu verkaufen, die über 20 Jahre eine Miete zusagen, die zwanzig Prozent unter dem Mittelwert des Mietspiegels liegt.“

    „Die durchschnittliche Kaltmiete bei den im VNW organisierten Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften liegt in Hamburg bei 6,34 Euro pro Quadratmeter, der Durchschnittswert des Hamburger Mietspiegels hingegen bei 8,44 Euro pro Quadratmeter. Und eines steht auch fest: Unsere Unternehmen bauen, wenn man sie lässt.“

    Dem Abendblatt-Bericht zufolge wird künftig ein Ein-Personen-Haushalt Anspruch auf eine Sozialwohnung haben, der über ein Bruttojahreseinkommen von 25.900 Euro verfügt. Bislang lang die Grenze bei 23.300 Euro. Die Anfangsmiete für eine Neubau-Sozialwohnung liegt bei 6,50 Euro netto kalt pro Quadratmeter.

    Nach Darstellung des Senats werden künftig damit rund 70.000 Haushalte mehr eine Anspruch auf eine Sozialwohnungen haben. Allerdings liegt die Zahl der Anspruchsberechtigten bereits jetzt deutlich über die Zahl der in Hamburg zur Verfügung stehen Sozialwohnungen. Derzeit gibt es in Hamburg rund 78.000 Sozialwohnungen. 

    Foto: Fotolia/Ida Friederson