VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Fake-News schüren Ängste

    Mitgliederversammlung des VNW-Landesverbands Schleswig-Holstein in Schleswig: Landeschef Marcel Sonntag  beklagt Populismus in der Wohnungspolitik.

    58/2019

    Schleswig. Die norddeutsche Wohnungswirtschaft hat den zunehmenden Populismus in der Wohnungspolitik beklagt. Mit Hilfe von alternativen Fakten würden Ängste geschürt, sagte Marcel Sonntag, Vorsitzender des VNW-Landesverbands Schleswig-Holstein, auf der Landesmitgliederversammlung in Schleswig. Angst aber lähme den Verstand und führe zu Handlungsunfähigkeit. Er wünsche sich eine Versachlichung der Diskussion, sagte Sonntag.

    Nach den Worten von VNW-Direktor Andreas Breitner hilft in der gegenwärtigen Situation nur der Bau von bezahlbaren Wohnungen, um die Probleme zu lösen. „Das Land hat mit der Anpassung seiner Förderrichtlinie gute Voraussetzungen geschaffen. Jetzt sind die Kommunen gefordert, entsprechend Bauland auszuweisen. Dabei muss dem Bau von mehrstöckigen Wohngebäude Vorrang eingeräumt werden. Das ist nachhaltig und schafft rasch viel Wohnraum.“

    Gast auf dem jährlichen Treffen der Führungskräfte der norddeutschen Wohnungswirtschaft war Kristina Herbst, Staatssekretärin für ländliche Räume und Kommunen im schleswig-holsteinischen Innenministerium. Dem Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) gehören in Schleswig-Holstein 81 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften an. Sie verwalten rund 168.000 Wohnungen.

    Nach den Worten von Sonntag investierten die VNW-Unternehmen im vergangenen Jahr in Schleswig-Holstein rund 420 Millionen Euro in den Neubau, in die Modernisierung und die Sanierung von bezahlbarem Wohnraum. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,64 Euro – und damit deutlich unter den Durchschnittsmieten auf den einzelnen Wohnungsmärkten.

    Mit Blick auf den zunehmenden Widerstand gegen Neubauvorhaben forderte Sonntag von allen Verfahrensbeteiligten in Politik und Verwaltung mehr Mut, die Wohnprojekte konsequent durchzusetzen - sonst funktioniere das Bauen nicht. Die VNW-Unternehmen wollten bauen. Man müsse sie aber auch bauen lassen.

    Der VNW-Landesvorsitzende wies die Darstellung zurück, in Schleswig-Holstein herrsche Wohnungsnot. Die norddeutsche Wohnungswirtschaft sei seit 140 Jahren auf den Heimatmärkten aktiv und habe unterschiedlichste Zeiten erleben – auch Zeit mit wirklicher Wohnungsnot, wie beispielsweise kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

    Sonntag wandte sich gegen den Vorwurf, der Markt habe versagt. Abgesehen davon, dass der Wohnungsmarkt in Deutschland stark reguliert sei, lägen die Ursachen für die aktuellen Probleme darin, dass die Politik in den vergangenen Jahren die Rahmenbedingungen für den Bau bezahlbarer Wohnungen verschlechtert habe. Das jüngst vom Bundestag beschlossene Mietrechtsanpassungsgesetz sei ein „Hohngelächter“ in Richtung jener, die bezahlbare Wohnungen anbieten würden.

    Hauptursachen für die teilweise schwierige Situation auf dem Wohnungsmarkt seien steigende Baukosten und steigende Bodenpreise sowie die Tatsache, dass die Zahl der Menschen steige, die sich nur eine günstige Wohnung leisten könne, sagte Sonntag. Um diese Probleme zu lösen, helfe Ideologie nicht weiter. Einfache Antworten auf ein komplexes Problem zu geben, das funktioniere nicht.

    Der VNW vertritt in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 359 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,74 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

    Foto: VNW