VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Es geht um das Sozialstaatsmodell

    VNW-Direktor Andreas Breitner: "Teile der Politik wollen Systemwechsel zu einer Staatswirtschaft" - Mehr als 900 Gäste bei der VNW-Arbeitstagung.

    190/2019

    Der Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Andreas Breitner, hat Teilen der Politik vorgeworfen, in der Diskussion um das bezahlbare Wohnen das erfolgreiche deutsche Sozialstaatsmodell in Frage zu stellen.

    „Ein Mietendeckel ist nicht nur ökonomischer Unsinn. Dahinter steht die Strategie, in Deutschland einen Systemwechsel zu einer Staatswirtschaft herbeizuführen“, sagte Breitner am Mittwoch in Rostock zum Abschluss der VNW-Arbeitstagung. „Jene Politikerinnen und Politiker, die einen Mietendeckel fordern, wollen damit ein Marktversagen provozieren, um dann mit staatlicher Intervention gegen einen selbst herbeigeführten Missstand vorzugehen. Das ist sehr durchschaubar.“

    „Natürlich ist Wohnen auch ein Sozialgut“, sagte VNW-Direktor Andreas Breitner weiter. „Aber auch das Bauen und Vermieten von Wohnungen unterliegt wirtschaftlichen Regeln, die VNW-Unternehmen berücksichtigen müssen, wenn sie nicht untergehen wollen. Auch sie können nicht mehr Geld ausgeben als sie einnehmen. Die VNW-Unternehmen, deren Mieten überall deutlich unter dem Durchschnitt liegen, beweisen seit Jahrzehnten, dass bezahlbares Wohnen und wirtschaftlicher Erfolg kein Widerspruch sind“, sagte Andreas Breitner.

    Zugleich beklagte VNW-Direktor „eine aggressive Meinungskultur“ in der politischen Debatte. „Es fällt uns immer schwerer, mit Sachlichkeit und Vernunft durchzukommen. Obwohl wir gebetsmühlenartig unsere Argumente vorbringen, müssen wir erleben, dass selbst große Parteien vermehrt populistische Forderungen aufstellen, die dem bezahlbaren Wohnen auf lange Sicht schaden werden. So würde ein Mietendeckel vor allem Vermieter mit niedrigen Mieten treffen.“

    „Bei VNW-Unternehmen steht nicht die Maximalrendite im Mittelpunkt“, sagte VNW-Direktor Andreas Breitner. „Sie bauen Wohnungen, um diese über Jahrzehnte zu bezahlbaren Preisen zu vermieten. Sie sind die Vermieter mit Werten und garantieren den sozialen Frieden in den Wohnquartieren.“

    Der VNW veranstaltete von Montag bis Mittwoch in Rostock seine diesjährige Arbeitstagung. An dem Treffen nahmen mehr als 900 Vorstände und Geschäftsführer von norddeutschen Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften sowie hochrangige Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft teil. 

    Im Mittelpunkt der Arbeitstagung stand das bezahlbare Wohnen in Zeiten dramatisch gestiegener Baukosten, des Mangels an preiswerten Baugrundstücken und höherer Anforderungen an Nachhaltigkeit.

    Der VNW vertritt in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 359 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,74 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg(at)vnw.de

    Foto: VNW/Bertold Fabricius