VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Es fehlen Fachleute

    VNW-Direktor Andreas Breitner fordert die Landesregierung in Schwerin auf, mehr für die Ausbildung von Bauingenieuren zu tun.

    16/2019

    Die norddeutsche Wohnungswirtschaft hat die Schweriner Landesregierung aufgefordert, die Anstrengungen für eine Ausbildung von Bauingenieuren im Land zu verstärken.

    Unserer Branche fehlten zunehmend gut ausgebildete Bauingenieure und leider trage das Land Mecklenburg-Vorpommern dazu bei, heißt es in einem Brief von Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), an Christian Pegel, Minister für Energie Infrastruktur und Digitalisierung. Grund sei eine Entscheidung der Landesregierung aus den Jahren 2004/2005, wonach das Studium des Bauingenieurwesens an der Universität Rostock und der Hochschule Neubrandenburg dauerhaft eingestellt werden solle.

    „Im vergangenen Jahr sind von den ursprünglich 41 Professoren im benannten Studiengang noch 17 im aktiven Dienst“, heißt es in dem Schreiben von VNW-Direktor Andreas Breitner weiter. Das bedeute eine Verringerung um rund 60 Prozent. In den Bereichen der wissenschaftlichen Mitarbeiter und des technischen Dienstes sei die Mitarbeiterzahl um 90 bzw. 80 Prozent reduziert worden. Als Folge betreue heute ein wissenschaftlicher Mitarbeiter rund 24 Studenten.

    „Uns ist keine weitere Studienrichtung mit einem derartig hohen Wert bekannt“, so der VNW-Direktor und fügte an: „Auch Mecklenburg-Vorpommern ist nicht fertig gebaut. Nur Luftschlösser brauchen keine Bautechniker und Bauingenieure. Die bauen wir aber nicht. Wir brauchen Ausbildung und Studium vor Ort. Ansonsten wirken sich die Beschlüsse der Landesregierung wie ein schleichendes Gift für die Baukonjunktur aus.“

    Das Problem bestehe darin, dass der Bedarf an Bauingenieuren derzeit in Mecklenburg-Vorpommern nicht gedeckt werden könne. „Nach Berechnungen des Ingenieurrates benötigt das Land jährlich ca. 120 Bauingenieurabsolventen.“ In den vergangenen Jahren hätten jedoch jährlich nur etwa 50 bis 60 Absolventen ein Studium an der Hochschule Wismar abgeschlossen, schreibt VNW-Direktor Andreas Breitner. 

    Zudem müsse seit der Schließung des Studienganges Bauingenieurwesen an der Universität Rostock jeder Abiturient in Mecklenburg-Vorpommern, der Bauingenieur an einer Universität werden wolle, das Bundesland verlassen. In den allermeisten Fällen kehrten die jungen Menschen nicht zurück und gingen so dem Bundesland verloren, heißt es in dem Schreiben. VNW-Direktor Andreas Breitner verwies darauf, dass die Wohnungswirtschaft derzeit über eine Kooperation mit der Hochschule Wismar nachdenke, um bautechnische Expertisen aus dem Hochschulbereich einholen zu können.

    Zum Schluss des Schreibens schlägt VNW-Direktor Andreas Breitner ein persönliches Gespräch, gern auch mit Vertretern der Hochschule, vor. Ziel müsse es sein, kurzfristig die Zahl der ausgebildeten Bauingenieure im Land zu erhöhen.

    Der VNW vertritt in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 341 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,74 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

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