VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Energetische Sanierung ist teuer

    VNW-Direktor Andreas Breitner zur BUND-Kritik an Hamburg: "Die Menschen müssen sich den Umweltschutz auch leisten können."

    86/2019

    Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat der Stadt Hamburg vorgeworfen, als Vorbild beim Klimaschutz zu versagen. BUND-Chef Manfred Braasch bemängelte vor allem die zu geringe staatliche Förderung einer energetischen Sanierung von Wohngebäuden.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „BUND-Chef Braasch macht es sich zu einfach, indem er pauschal immer mehr Investitionen für den Klimaschutz fordert, aber verschweigt, wer die Kosten am Ende zu tragen hat. Es sind die Mieterinnen und Mieter, die letztlich über eine höhere Miete dafür aufkommen müssen – und zwar unabhängig davon, ob sie sich das leisten können oder nicht.

    Es hilft dabei auch nicht, dass der BUND-Chef ‚lediglich‘ die mangelnde Förderung durch die Stadt kritisiert. Selbst wenn die öffentliche Hand die energetische Sanierung von Wohngebäuden umfangreicher als bisher fördert, verursachen die Maßnahmen zusätzliche Kosten. Man kann nicht einerseits den Mangel an bezahlbarem Wohnraum beklagen und andererseits das Wohnen teurer machen.

    Für die Hamburger Mitgliedsunternehmen des VNW ist Klimaschutz ein zentrales Thema. In den vergangenen zehn Jahren wurden durch die Wohnungswirtschaft allein in der Hansestadt rund 6,5 Milliarden Euro in den Klimaschutz investiert. Davon flossen rund 1,3 Milliarden Euro in die Modernisierung. Hinzu kamen Investitionen für Abriss und energetisch hochwertigen Neubau.

    Wohnungsunternehmen, die bezahlbare Wohnungen anbieten, achten stets genau darauf, dass die Sanierung und Modernisierung einer Wohnung am Ende nicht dazu führt, dass die Mieterin oder der Mieter sich diese Wohnung nicht mehr leisten kann. VNW-Unternehmen wissen um die Bedeutung des Klimaschutzes und setzen das um, was sozial machbar ist.

    Die Kritik des BUND birgt die Gefahr, dass das Wohnen in Hamburg immer teurer und damit vor allem für Haushalte mit mittleren und geringen Einkommen nicht mehr bezahlbar sein wird. Klimaschutz wird dadurch zu einem Vehikel, Menschen aus ihren angestammten Quartieren zu vertreiben und damit zu einer Frage der sozialen Gerechtigkeit.

    Vor allem beim Wohnen gilt: die Menschen müssen sich den Umweltschutz auch leisten können. Nur wenn die Mehrheit der Hamburgerinnen und Hamburger davon überzeugt sind, wird dieser akzeptiert werden.“

    Der VNW vertritt in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 359 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,74 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

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