VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Ende des Baubooms: Kein Naturgesetz!

    Noch wird allenthalben gebaut. Aber Experten sagen voraus, dass die Bedingungen für den Wohnungsneubau in den nächsten Jahren schlechter werden.

    Die norddeutsche Wohnungswirtschaft plädiert für eine großzügigere Förderung des Wohnungsneubaus an baulich schwierigeren Orten. „Das Ende des Baubooms ist kein Naturgesetz“, sagte Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) am Mittwoch. „Der Hamburger Senat könnte Unternehmen besonders unterstützen, die bezahlbare Wohnungen beispielsweise durch die Aufstockung von Wohngebäuden oder in der ‚zweiten Reihe‘ bauen.“

    „Außerdem muss die Stadt ihre Anstrengungen bei der Nachverdichtung verstärken“, sagte Breitner weiter. „Nur so kann verhindert werden, dass die hohe Zahl an Baugenehmigungen in den kommenden Jahren sinkt. Bei den Grundstücken sind die reifen Früchte langsam gepflückt. Jetzt bedarf es eines höheren Aufwands, um weitere Flächen zu erschließen.“

    Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hatte zuvor vor einem Ende des Booms beim Wohnungsneubau gewarnt. Grund dafür seien der Mangel an Bauland in gefragten Lagen, Engpässe bei Fachkräften und die hohen Baupreise, heißt es in einer Prognose, die im Auftrag des Bundesbauministeriums erstellt wurde.

    Derzeit boomt jedoch der Wohnungsbau. Ebenfalls am Mittwoch teilte die Baubehörde mit, dass im vergangenen Jahr in Hamburg der Bau von 13.411 Wohnungen genehmigt worden sei. Allerdings gehen Experten davon aus, dass es auch in der Hansestadt in den kommenden Jahren schwieriger werden wird, derart hohe Genehmigungszahlen zu erreichen.

    „Die VNW-Mitgliedsunternehmen sind bereit und in der Lage, auch in den kommenden Jahren bezahlbare Wohnungen in hoher Qualität zu errichten“, sagt VNW-Direktor Breitner. „Um die Unternehmen zu unterstützen, könnte die Stadt die zusätzlichen Kosten übernehmen, die entstehen, wenn ein Wohngebäude am Wasser errichtet werden muss. Positiv ist, dass die sieben Hamburger Bezirke inzwischen Teil des Bündnisses für das Wohnen sind. Das wirkt bis in die letzte Amtsstube.“

     

    Hintergrund:

    In Hamburg gibt es rund 930.000 Wohnungen. Fast ein Drittel dieser Immobilien gehören den Wohnungsgenossenschaften und der SAGA. 43 Prozent aller Hamburger Mietwohnungen werden von VNW-Mitgliedsunternehmen angeboten.

    Im vergangenen Jahr investierten diese fast 600 Millionen Euro in den Wohnungsneubau. In der Hansestadt war 2017 die Fertiggestellung von 1775 Wohnungen durch VNW-Unternehmen geplant.

    Bei den Hamburger Wohnungsgenossenschaften und der Saga liegt die durchschnittliche Kaltmiete bei 6,32 Euro pro Quadratmeter und damit deutlich unter dem Durchschnitt des Mietenspiegels von 8,44 Euro pro Quadratmeter.