VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

    Meldungen

    Elektromobilität fördern

    Treffen mit Hamburgs Verkehrssenator Anjes Tjarks - Voraussetzungen für eine Verkehrswende in den Wohnquartieren schaffen

    Hamburg. Hamburgs sozial verantwortliche Vermieter haben den rot-grünen Senat aufgefordert, rasch die Voraussetzungen für eine Verkehrswende in den Wohnquartieren zu schaffen, dabei aber die soziale Balance nicht aus den Augen zu verlieren.

    „Die Elektromobilität ist der zentrale Pfeiler zur Erreichung der Klimaschutzziele im Verkehrssektor“, erklärten VNW-Direktor Andreas Breitner und GdW-Präsident Axel Gedaschko am Dienstag bei einem Treffen mit Hamburgs Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne). „Sie wird aber nur massentauglich, wenn die Menschen diese auch bezahlen können.“

    Voraussetzung für einen Erfolg der Verkehrswende hin zu mehr Elektromobilität sei eine moderne und leistungsstarke Ladeinfrastruktur. „Der Ausbau der privaten Ladeinfrastruktur stellt mit einem Anteil von rund 85 Prozent der Ladevorgänge den zentralen Hebel für einen Markthochlauf der Elektromobilität dar.“

    Breitner und Gedaschko mahnten bessere Rahmenbedingungen an. So müssten das Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz (GEIG) und das Wohnungseigentumsmodernisierungsgesetz (WEMoG) zügig umgesetzt werden.

    „Hamburg sollte sich zudem für eine bessere Bundesförderung der privaten Ladeinfrastruktur einsetzen“, erklärten Gedaschko und Breitner weiter. So koste bei Mehrfamilienhäusern ein Ladepunkt etwa 5.000 Euro. „Dafür ist eine Förderung unverzichtbar.“ Hinzu kämen Kosten für ein intelligentes Lademanagement und die funktionale Einbindung in das vorhandene Stromnetz.

    Breitner und Gedaschko hoffen zudem, dass Hamburg im Bundesrat dafür eintritt, steuerliche Hemmnisse für Wohnungsunternehmen zu beseitigen, die der Erzeugung und Vermarktung von Strom aus Photovoltaik- und Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen im Quartier entgegenstehen.

    GdW-Präsident Axel Gedaschko: „Die Wohnungswirtschaft setzt sich für alternative und nachhaltige Mobilität in den Wohnquartieren ein. Der Aufbau von Ladeinfrastruktur im Mietwohnungsbestand ist eine große Herausforderung, denn Bereitstellung und Betrieb dürfen nicht auf Kosten des bezahlbaren Wohnens gehen. Weder die sozial verantwortlichen Vermieter noch ihre Mieterinnen und Mieter dürfen hier einseitig belastet werden. Deshalb sind für die nationale Aufgabe, eine nachhaltigere Mobilität zu gestalten, wirksame Förderprogramme und Zuschüsse notwendig.“

    VNW-Direktor Andreas Breitner: „Immer mehr Mieterinnen und Mieter stehen vor der Frage, ob sie beim Autokauf auf E-Mobilität setzen. Leider sind die Antworten darauf nicht befriedigend und führen weiter zum Verbrennungsmotor. Das ist nicht gut und muss verändert werden. Wir brauchen einfach für die E Mobilität in unseren Quartieren geeignete Rahmenbedingungen. Sonst wird es nichts mit der Mobilitätswende. Die für Elektromobilität notwendige Ladeinfrastruktur darf nicht zu steigenden Mieten für jene führen, die auf preiswerten Wohnraum angewiesen sind. Car-Sharing-Konzepte können helfen. Allerdings funktionieren bestehende Projekte in Randlagen nicht, weil der notwendige Umsatz für die Betreiber nicht garantiert werden kann. Die Lösung kann nun nicht darin bestehen, die laufenden Kosten für Car-Sharing-Konzepte den Vermietern aufzubürden. Dadurch würde nur das Wohnen teurer."

    Der VNW vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 384 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 742.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 6,04 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

    Foto: Bertold Fabricius/VNW