VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

    Meldungen

    Einkaufsliste für Privatinvestoren

    Die Landesregierung muss bei der Lösung der Altschulden- und Leerstandsprobleme von Wohnungsunternehmen rasch helfen.  

    Die Wohnungswirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns hat die Landesregierung aufgefordert, den kommunalen und genossenschaftlichen Wohnungsunternehmen bei der Lösung ihrer Altschulden- und Leerstandsprobleme zu unterstützen

    „Die Unternehmen sind für die DDR-Altschulden nicht verantwortlich, sie wurden ihnen nach der Wende aufgebürdet“, sagte Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), am Mittwoch in Güstrow auf der Landesmitgliederversammlung des VNW. „Die Landesregierung sollte jetzt kurzfristig mit finanziellen Mitteln dafür sorgen, dass die Wohnungsunternehmen durch diese Verbindlichkeiten nicht weiter in Schieflage geraten.“

    „Der hohe Leerstand beruht zum großen Teil darauf, dass in den vergangenen 20 Jahren viele Menschen die jeweiligen Regionen verlassen haben“, sagte Breitner weiter. „Auch dafür können die Wohnungsunternehmen nichts. Sie müssen aber die Folgen ausbaden. Deshalb ist es unverzichtbar, dass die Landesregierung den Abriss von nicht mehr nachgefragten Wohngebäuden stärker als bisher fördert.“

    Breitner verwies auf den Bericht des Landesrechnungshofes, der am Dienstag veröffentlicht wurde. Bei der Untersuchung von 33 Unternehmen habe man feststellt, dass vier Unternehmen „ernstlich gefährdet“ seien. Hauptgründe seien hohe Leerstände bei Wohnungen und Altschulden. „Die Ergebnisse sind nicht gut, aber auch kein Grund zur Panik“, sagte der VNW-Direktor. „Man kann es auch anders lesen und sagen: 29 Wohnungsunternehmen sind wirtschaftlich gut davor. Im Kern sind die Unternehmen gesund und für das Angebot bezahlbaren Wohnraums in der jeweiligen Region unverzichtbar.“

    „Meine Sorge ist, dass aus den Ergebnissen der Prüfung des Landesrechnungshofes eine Einkaufsliste für private Investoren wird, die jetzt bei den Städten und Gemeinden anfrufen, deren Wohnungsunternehmen Probleme haben und ihre ‚Hilfe‘ anbieten“, sagte Breitner weiter. „Prüfberichte von Landesrechnungshöfen dürfen keine Einkaufslisten für Privatinvestoren, sondern Anlass für Sanierungshilfe des Landes sein. Wir brauchen so schnell wie möglich eine konzertierte Aktion zur Unterstützung der vier am meisten gefährdeten Unternehmen. Vertreter der Landesregierung, des Landesförderinstituts, der betroffenen Kommunen und Unternehmen müssen sich gemeinsam an einen Tisch setzen und rasch eine tragfähige Lösung finden.“

    Lothar Säwert, Abteilungsleiter im Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung, bedauerte in seiner Rede vor der Mitgliederversammlung, dass vor allem die negativen Ergebnisse der Untersuchung des Landesrechnungshofes in den Mittelpunkt der Berichterstattung der Medien gestellt worden seien. Dabei sei es positiv, dass von 33 untersuchten Unternehmen 29 keine oder nur geringe Probleme hätte.

    Der VNW-Landesvorsitzender Dieter Vetter kritisierte, dass die Förderrichtlinien für den Bau von Sozialwohnungen bislang nicht angepasst worden seien. Die aktuellen Bedingungen seien unattraktiv. Deshalb hätten einigen Unternehmen den Bau von Sozialwohnungen nach hinten gestellt. „Auch wenn wir eine soziale Verantwortung übernehmen, müssen wir am Ende eine schwarze Null erwirtschaften“, sagte Vetter weiter. „Deshalb muss die Förderrichtlinie endlich angepasst werden.“

    Der VNW-Landeschef kritisierte ferner, dass die Förderung des ländlichen Raumes vernachlässig werde. „Positive Ansätze sind in der Politik nicht zu erkennen. Alle Parteien reden darüber, aber keine Partei hat wirklich etwas auf den Weg gebracht.“ Bei der Verabschiedung der Mietpreisbremse. „Das ist mit einer Schnelligkeit gegangen, die ich mir für andere Bereiche wie die Förderung des ländlichen Raumes ebenso wünsche.“

    Vetter wies darauf hin, dass rund 500.000 Menschen in den Wohnungen der VNW-Mitgliedsunternehmen lebten, die sich keine Sorgen über ihre Wohnsituation machen müssen. Wir übernehmen soziale Verantwortung, für uns steht die Rendite nicht im Mittelpunkt. Die VNW-Mitgliedsunternehmen sind die Vermieter mit Werten.“

    Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V. vertritt in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 341 Wohnungsgenossen-schaften und Wohnungsgesellschaften. In ihren 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Im Jahr 2017 investierten die VNW-Unternehmen in den drei Bundesländern insgesamt 1,662 Milliarden Euro in die Sanierung, die Modernisierung und den Neubau bezahlbarer Wohnungen. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de