VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    "Eine durchschaubare Strategie"

    VNW-Direktor Andreas Breitner zu den Plänen des Kieler Landesregierung, beim Neubau Klimaschutz Vorrang vor Wirtschaftlichkeit einzuräumen.

    64/2020

    In Schleswig-Holstein soll beim Bau neuer Gebäude der Klimaschutz in Vorrang vor der Wirtschaftlichkeit bekommen. Dazu solle die Landeshaushaltsordnung geändert werden, teilte Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) am Dienstag mit. „Im Neubau wird das rund zehn Prozent mehr an Kosten verursachen“, so die Ministerin. Bei der Sanierung alter Gebäude würden die Kosten dadurch um drei bis fünf Prozent steigen.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Die Entscheidung der Kieler Landesregierung ist zwar löblich, aber kein Vorbild für den Neubau von bezahlbaren Wohnungen. Das Land nutzt seine Immobilien selbst und wendet einfach mehr Steuergelder als vorher dafür auf. Diese fehlen dann einfach anderswo. Dabei wird das Gebot der Wirtschaftlichkeit zu Gunsten des Klimaschutzes aufgegeben. Ob so ein Konzept auf Dauer aufgeht, halt ich für zweifelhaft.

    Wohnungsunternehmen, die bezahlbaren Wohnraum anbieten, können nicht einfach irgendwoher Geld nehmen, da sie genau auf die Kosten achten. Höhere Ausgaben beim Bau von Wohnungen müssten diese Unternehmen daher auf die Mieten umlegen. Die Baukosten erreichen schon jetzt Spitzenwerte und vertragen keine weiteren Steigerungen. Und beim Neubau haben wir bereits jetzt wegen des Baubooms und der damit verbundenen dramatisch gestiegenen Baupreise deutlich höhere Mieten als im Bestand. 

    Wenn das Land mehr für den Klimaschutz beim Bau von Wohnraum erreichen will, dann muss es dafür ein entsprechendes Förderprogramm auflegen. Einfach Geld aus dem Steuertopf zu nehmen und sich dann als Vorbild inszenieren  - das ist eine durchschaubare Strategie. Diese Möglichkeit haben die Unternehmen, die auf ihre Wirtschaftlichkeit achten müssen, nicht.“

    Der VNW vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 383 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 738.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,92 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

    Foto: Ted S. Warren/dpa