VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Ein Verkauf wäre kurzsichtig

    Das Institut der deutschen Wirtschaft hat den Verkauf kommunaler Wohnungen zur Schuldentilgung empfohlen. Der VNW lehnt das ab.

    Das Institut der deutschen Wirtschaft hat den Verkauf kommunaler Wohnungen zur Schuldentilgung empfohlen. Würden hiesige Städte ihre oft beträchtlichen eigenen Bestände veräußern, könnten sie ihre Schulden ganz oder teilweise loswerden, heißt es dpa zufolge in einer am Montag veröffentlichten Studie.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    "Es war ein großer Fehler, dass viele Kommunen um die Jahrtausendwende ihre eigenen Wohnungsgesellschaften verkauften, um Schulden zu tilgen. Die Städte und Gemeinden beraubten sich damit der Möglichkeit, nachhaltige Stadtentwicklung zu machen. Darunter leiden viele Kommunen heute besonders. Es ist kurzsichtig, zu glauben, dass der Verkauf kommunaler Wohnungen die finanzielle Situation einer Kommune auf Dauer gesunden lässt. Vielmehr werden damit Probleme nur in die Zukunft verlagert."

    "Die im VNW organisierten Wohnungsgenossenschaften und kommunalen Wohnungsgesellschaften sind Partner der Politik, wenn es darum geht, bezahlbaren Wohnraum anzubieten. Sie verstehen sich als Bestandshalter, die ihren Wohnungsbestand über viele Jahrzehnte pflegen und damit für soziale Sicherheit und sozialen Frieden in den Quartieren sorgen."

    Die deutschen Kommunen besitzen laut der IW-Studie rund 2,3 Millionen Wohnungen - etwa 12 Prozent aller vermieteten Wohnungen hierzulande. Ihr Wert betrage den Bilanzen städtischer Wohnungsgesellschaften zufolge fast 138 Milliarden Euro, heißt es in dem Papier, das sich auf Daten aus dem Jahr 2015 stützt. Seither dürfte der Wert mit dem Anstieg der Immobilienpreise noch deutlich gewachsen sein.

    So besitze die Wohnungsgesellschaft Saga in Hamburg nach jüngsten Zahlen rund 132.000 Wohnungen und erziele jährliche Mieteinnahmen von rund 893 Millionen Euro, gefolgt von der Degewo in Berlin mit 73.000 Wohnungen 430 Millionen Euro Mieteinnahmen. Die ABG in Frankfurt habe 51.000 Wohnungen und 458 Millionen Euro an Mieten verbucht. (dpa)

    Foto: fotolia/Tiberius Gracchus