VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

    Meldungen

    Ein untaugliches Mittel

    VNW-Direktor Andreas Breitner zum Vorschlag, in Lübeck die Mietpreisbremse einzuführen: Die Mietpreisbremse hält nicht das, was sie verspricht.

    62/2019

    Die Lübecker Grünen haben sich dafür ausgesprochen, in der Hansestadt eine Mietpreisbremse einzuführen. „Wir haben einen Mangel an bezahlbaren Wohnungen“, erklärte Michelle Akyurt (Grüne). Die Mieten seien bei Neuvermietung um bis zu 30 Prozent in zwei Jahren gestiegen.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Keine Frage: die Lage auf dem Lübecker Wohnungsmarkt ist angespannt. Von einer Wohnungsnot aber kann keine Rede sein. Die gab es in der Hansestadt zuletzt in der Nachkriegszeit, als in Nissenhütten und Zeltdörfern Tausende von Flüchtlingen untergebracht wurden. Wer im Jahre 2019 so eine Notlage herbeiredet, schürt die Angst der Menschen und spielt mit ihren Sorgen.

    Der Mietmonitor, der 90 Prozent der Wohnungen abdeckt, weist eine aktuelle Angebotsmiete für Lübeck in Höhe von 7,58 Euro pro Quadratmeter aus. Zudem kommt die Stadt Lübeck in ihrem Wohnungsmarktbericht 2018 zu dem Ergebnis, dass gemessen am Wohngeld 80 bis 90 Prozent der Wohnungen preisgünstig sind.

    VNW-Mitgliedsunternehmen wie die Grundstücks-Gesellschaft TRAVE, der Lübecker Bauverein und die Neue Lübecker bauen in enger Abstimmung mit der Stadt Tag für Tag bezahlbare Wohnungen. Das belegen die realen Zahlen der Wohnungsunternehmen.

    Diese drei Lübecker VNW-Unternehmen vermieteten im vergangenen Jahr insgesamt 1447 Wohnungen neu. Im Durchschnitt liegen die Neuvertragsmieten deutlich unter acht Euro pro Quadratmeter. Im Bestand liegt die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter bei 6,11 Euro. Damit sind diese Unternehmen Garant dafür, dass Menschen mit mittleren und niedrigen Einkommen sich das Wohnen in Lübeck leisten können.

    Die sogenannte Mietpreisbremse hält nicht das, was sie verspricht und ist ein untaugliches Mittel, die angespannte Lage auf dem Lübecker Wohnungsmarkt zu entspannen. Durch die Mietpreisbremse wird nicht eine einzige bezahlbare Wohnung gebaut. Stattdessen werden die Wohnungsunternehmen, die bezahlbaren Wohnraum anbieten, mit zusätzlichem bürokratischem Aufwand belastet.

    Allein der Bau von Wohnungen führt zu einer Entspannung auf dem Wohnungsmarkt. Vor allem in besonders nachgefragten Regionen können durch eine an bezahlbare Mieten gekoppelte Grundstücksvergabe langfristige Dämpfungseffekte erreicht werden. 

    Die Kieler Landesregierung ist auf dem richtigen Weg, wenn sie – wie versprochen – aus guten Gründen die Mietpreisbremse auslaufen lässt. Wenn Lübeck diese jetzt einführen würde, wäre das aberwitzig. Verantwortliche Lübecker Politiker wollen scheinbar besser als die Experten in Land und Wohnungswirtschaft wissen, was dem Wohnungsmarkt der Hansestadt hilft. Dabei sind es vor allem drei Dinge: Bauen, bauen, bauen. Und zwar das Richtige an den richtigen Stellen.

    Der VNW vertritt in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 359 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,74 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de