VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Ein Stück kultureller Abwechslung

    VNW-Direktor Andreas Breitner bittet in einem Brief Hamburgs Innensenator Andy Grote um Unterstützung für "Balkonkonzerte".

    62/2020

    Verband will „Balkonkonzerte“ erhalten - VNW-Direktor Andreas Breitner hat Hamburgs Innensenator Andy Grote in einem Brief um Unterstützung für diese gebeten.

    „Wir beide wissen: Musik und Kultur stellen gerade in der Krise ein verbindendes Element zwischen den Menschen dar und sollten gefördert werden“, heißt es in dem am Dienstag verschickten Schreiben. „Lassen Sie uns also weiter mit Augenmaß und Gelassenheit durch die Krise steuern und für die Menschen ein kleines Stück kultureller Abwechslung bewahren.“

    Hintergrund ist das Vorgehen der Hamburger Polizei gegen „Balkonkonzerte“. In den vergangenen Tagen hatten mehrere VNW-Mitgliedsunternehmen jeweils zwei Berufsmusiker gegen Bezahlung beauftragt, in einem von Wohngebäuden umrandeten Innenhof aufzutreten und die Bewohner mit einem kurzen Konzert zu erfreuen.

    Verschiedene Polizeidienststellen untersagten die „Balkonkonzerte“ allerdings. Diese Anordnungen erfolgten jeweils mündlich. Durch ein derartiges Konzert bestehe die Gefahr einer Ansammlung durch Passanten, hieß es zur Begründung. Eine schriftliche Untersagungsverfügung wurde - auch auf wiederholte Nachfrage hin - allerdings nicht übermittelt.

    Nach Ansicht der Wohnungsunternehmen und des VNW unterliegen „Balkonkonzerte“ nicht den Restriktionen der Verordnung zur Eindämmung des Corona-Virus und sind daher zulässig. „Die Bewohner selber verlassen ihre Wohnung ja nicht“, so Breitner. Insofern sei eine Erhöhung der Infektionsgefahr durch ein „Balkonkonzert“ nicht gegeben.

    „Möglicherweise besteht bei einigen Polizeidienststellen eine Unsicherheit betreffend der Anwendung und Auslegung der neuen Rechtsvorschriften“, heißt es in dem Schreiben von VNW-Direktor Andreas Breitner weiter. Das sei angesichts des krisenhaften Ausnahmezustandes, in dem wir zurzeit leben, ja auch verständlich.

    „Wir bitten Sie, unsere Einschätzung der Rechtslage zu prüfen“, so der VNW-Direktor. „Wir meinen, sie steht im Einklang mit der von Ihnen herausgegebenen Auslegungshilfe. Sollten Sie sich in Ihrer Bewertung anschließen oder einfach nur ein großes Herz für die Kultur haben, bitten wir Sie, die Hamburger Polizei auf die neue Auslegungspraxis hinzuweisen.“

    „Es wäre gut, wenn damit Irrtümer aufgeklärt werden und wir den Hamburgerinnen und Hamburgern so ein paar Momente der Freude bereiten könnten.“

    Der VNW vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 383 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 738.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,92 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

    Foto: Martin Bureau/dpa

    Das Schreiben an Hamburgs Innensenator können Sie sich als PDF herunterladen.