VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Ein Schönheitspflaster

    VNW-Direktor Andreas Breitner zur Verlängerung der Mietpreisbremse in Hamburg: "Es gibt eigentlich keinen Grund dafür."

    89/2020

    Der Hamburger Senat hat die flächendeckende Mietpreisbremse für weitere fünf Jahre verlängert. Grund sei der nach wie vor angespannte Hamburger Wohnungsmarkt, heißt es in einer Erklärung. Die Mieten seien im Fall einer Neuvermietung im Regelfall auf zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete begrenzt.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW)

    „Der VNW steht seit Jahren der Mietpreisbremse kritisch gegenüber. Daran hat sich nichts geändert. Die Regelung ist gut gemeint, schafft aber keine einzige bezahlbare Wohnung. Stattdessen werden die Wohnungsunternehmen mit zusätzlichem bürokratischem Aufwand belastet.

    Entscheidend ist aus meiner Sicht aber, dass infolge der Wohnungsbaupolitik des Senats und der guten Zusammenarbeit im Bündnis für das Wohnen es gar keinen Bedarf für diese bürokratische Regelung gibt. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache.

    Seit 2011 wurden in Hamburg mehr als 55.000 Wohnungen errichtet. Die im VNW organisierten Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften übergaben seit 2016 mehr als 7500 bezahlbare Wohnungen. 

    Die monatliche Netto-Kaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 6,82 Euro. Gegenüber dem Jahr 2018 ist das ein Anstieg um 0,5 Prozent. Das sind rund drei Cent pro Quadratmeter.

    Mehrere renommierte Forschungsinstitute haben zudem errechnet, dass die durchschnittlichen Mietsteigerungen in ganz Hamburg in den vergangenen beiden Jahren unter der allgemeinen Preissteigerungsrate lagen. 

    Nicht zuletzt haben SPD und Grüne vor wenigen Wochen in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass auch in den kommenden fünf Jahren jährlich bis zu 10.000 Wohnungen errichtet werden.

    Es gibt also eigentlich keinen Grund für ein Mietpreisbremse. Im Grunde ist sie nichts weiter als ein Schönheitspflaster.“

    Der VNW vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 384 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 742.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 6,04 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

    Foto: Daniel Reinhardt/dpa