VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Ein großer Wurf

    VNW-Direktor Andreas Breitner: „Eine norddeutsche Bauordnung könnte zum Vorbild für andere Bundesländer in Deutschland werden.“

    60/2019

    Schleswig-Holstein und Hamburg arbeiten offenbar an einer gemeinsamen länderübergreifenden Bauordnung. Zudem will die Regierungskoalition in Kiel bürokratische Hemmnisse beim Wohnungsbau beseitigen. „Wir werden die Landesbauordnung entrümpeln“, kündigte FDP-Fraktionschef Christopher Vogt im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur an.

    Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):

    „Eine norddeutsche Bauordnung wäre ein großer Wurf. Sie könnte zum Vorbild für andere Bundesländer werden. Viel zu oft hemmen unterschiedliche bürokratische Regelungen den Bau bezahlbarer Wohnungen und erhöhen die Baukosten. Hier muss entschlackt werden. Sinnvoll wäre eine Regelung, nach der ein in einem Bundesland genehmigtes Wohngebäude auch in einem anderen Bundesland gebaut werden könnte. Und zwar, ohne dass es ein erneutes Genehmigungsverfahren gibt. Zudem sollten die beiden Bundesländer in wesentlichen Punkten ihre Bauordnungen angleichen.

    Angesichts der deutlich gestiegen Baukosten und Bodenpreise, reicht es nicht mehr, bestehende Auflagen und Standards nicht weiter zu verschärfen. Jetzt muss eine Entlastung her, sollen die anspruchsvollen Wohnungsbauziele erreicht werden. Alles, was den Bau von Wohnraum teurer macht, erschwert die Schaffung bezahlbarer Wohnungen. Letztlich schlagen diese Kosten auf die Miete und belasten die Mieterinnen und Mieter. Weniger Vorschriften könnten den Bau von Wohnungen beschleunigen und zugleich die Kosten senken. Damit wäre allen gedient.

    Untersuchungen haben ergeben, dass seit dem Jahr 2000 die Lebenshaltungskosten um 31 Prozent gestiegen sind. Die Erhöhung der Bauwerkskosten für Wohngebäude lag zwischen 2000 und 2018 dagegen bei 61 Prozent, also fast doppelt so hoch. Zudem stieg die Zahl der für den Wohnungsbau geltenden Normen von rund 5000 auf etwa 20.000. Es ist daher unbedingt notwendig, die ausufernde Bürokratie, die auch zu langen Baugenehmigungsverfahren führt, zu reduzieren. Angesichts dieser ist ‚Wer bauen will, muss Spaß verstehen‘ ein geflügelter Satz, den es zu überwinden gilt.

    Die Wohnungsunternehmen stehen am Ende einer Ereigniskette, die sie nicht mehr steuern können. Am Schluss bleibt nur der Ausweg, auf den Bau von Wohnungen zu verzichten. Das aber kann angesichts der angespannten Lage auf einem Teil der Wohnungsmärkte nicht die Lösung sein. Das Geschäftsmodell der im VNW organisierten Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften besteht in der Regel nicht in der Erwirtschaftung einer Maximalrendite. Dennoch müssen auch VNW-Unternehmen am Ende eine schwarze Null schreiben.“

    Der VNW vertritt in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 359 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,74 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg(at)vnw.de

    Foto: dpa/Carsten Rehder/Axel Heimken