VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Drittelmix nicht ändern!

    VNW zu den Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und Grünen: Vereinbarungen zur Wohnungspolitik helfen, bezahlbares Wohnen in Hamburg zu sichern.

    77/2020

    Bei ihren Koalitionsverhandlungen haben die Hamburger SPD und die Grünen sich auf die Wohnungspolitik in der kommenden Legislaturperiode verständigt.

    „Koalitionsverhandlungen sind keine Wunschkonzerte“, bewertet Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), die am Mittwoch bekannt gewordenen Verhandlungsergebnisse. „Wir haben es uns so nicht gewünscht, halten den Fahrplan zur Stadtentwicklung aber für geeignet, das bezahlbare Wohnen in der Stadt zu sichern.

    10.000 Wohnungen jedes Jahr mehr ist genauso ehrgeizig wie notwendig. Gemeinsam mit dem Plan, den Bau preiswerter, frei finanzierter Wohnungen (sogenannte Hamburg-Wohnungen) voranzutreiben, schafft das mehr bezahlbaren Wohnraum. Vor allem die Stärkung dieses Segments ist eine gute Nachricht für Menschen mit mittlerem oder geringem Einkommen.

    Kritisch sehe ich, dass in stark nachgefragten Stadtteilen der bewährte Drittelmix aufgegeben werden und bei Neubauprojekten der Anteil der Sozialwohnungen auf 50 Prozent steigen soll. Der Anteil von 50 Prozent Sozialwohnungen kann an vielen Stellen viel zu hoch sein.

    Zudem führt eine starre 50-Prozent-Quote dazu, dass wegen hoher Grundstückspreise und dramatisch gestiegener Baukosten viele Wohnungsbauprojekte nicht mehr umgesetzt werden können. Geförderte Wohnungen rechnen sich nicht. Sie werden oftmals aus anderen Segmenten quersubventioniert. Das funktioniert so dann nicht mehr. Außerdem zeigen Steilshoop und Billstedt zeigen, dass Monostrukturen städtebaulich nicht hilfreich sind.

    Die Sozialbindung einer öffentlich geförderten Wohnung grundsätzlich auf 30 Jahre zu verlängern und die Förderung von Baugenossenschaften und am Gemeinwohl orientierten Wohnungsgesellschaften wie der SAGA werden dem Angebot bezahlbarer Wohnungen in Hamburg guttun. Auch die vereinbarte Senkung der Kappungsgrenze - von 15 auf zehn Prozent innerhalb von drei Jahren – kann helfen, den Anstieg der Mieten zu begrenzen.

    'Fördern und Wohnen' baut schon heute Wohnungen. Wenn das Unternehmen aber künftig dazu dienen soll, unwirtschaftliche ökologische Blütenträume zu verwirklichen, dann wird dies zu Lasten des bezahlbaren Wohnens gehen. Denn auch die Stadt Hamburg kann den Euro nur einmal ausgeben.

    Mit der SAGA hat die Stadt bereits ein sehr gut aufgestelltes und erfolgreiches Wohnungsunternehmen, das seit Jahrzehnten erheblich dazu beiträgt, Wohnen in Hamburg bezahlbar zu machen."

    Nach den Worten von Marko Lohmann, Vorsitzender des VNW-Landesvorstands Hamburg, sind die Zielkonflikte für bezahlbares Wohnen größer geworden. „Bei in den vergangenen Jahren stark gestiegenen Grundstücks- und Baukosten sowie verschärften mietrechtlichen Regeln und Klimaschutzzielen sind die Hürden zu einem fortgesetzten Erfolg wesentlich höher als vor fünf Jahren. Wir sind deshalb gespannt, wie die Rahmenbedingungen für bezahlbares Wohnen konkret, verlässlich und gemeinsam mit den Bezirken für die nächsten Jahre verbessert werden können.

    Unklar bleibt, wie die Wohnungsbaugenossenschaften von Erbbaurechten für städtische Flächen überzeugt werden sollen. Für klärende Gespräche ist die Wohnungswirtschaft nach den großen Erfolgen der vergangenen Bündnisse für Wohnen auf jeden Fall bereit.“

    Der VNW vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 383 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 738.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,92 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de

    Foto: AdobeStock/Andreas Douvitsas