VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Diskussionsrunde in Hamburg

    VNW-Direktor Andreas Breitner: Wohnungsgenossenschaften sollten Wahl zwischen Erbpacht und Grundstückskauf haben.

    Hamburg. In der Diskussion um das Erbbaurecht hat Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Sympathie für eine Regelung aus München bekundet. Es wäre gut, wenn die Genossenschaften und am Gemeinwohl orientierte Wohnungsgesellschaften wie in der bayerischen Landeshauptstadt die Wahl zwischen Erbpacht und dem Kauf eines Baugrundstücks hätten, sagte Andreas Breitner, am Freitag in Hamburg bei einer Veranstaltung der Grünen-Bürgerschaftsfraktion zur Stadtentwicklung. Die Grünen wollen, dass öffentliche Grundstücke an Wohnungsunternehmen nur noch in Erbpacht vergeben werden.

    Die im VNW-organisierten Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften böten in Hamburg ihre Wohnungen zu einer durchschnittlichen Kaltmieter von 6,79 Euro pro Quadratmeter an, so Breitner. Zudem seien sie Bestandshalter, die Wohnraum über viele Jahrzehnte zu einer bezahlbaren Miete zur Verfügung stellen. Genossenschaftsnamen wie „Buchdrucker“  oder „Schiffszimmerer“ belegten das.

    Holger Fehrmann, Vorstand vom Wohnungsverein Hamburg von 1902 eG, stimmte Breitner zu. Wahlfreiheit würde er sofort unterschreiben, sagte Fehrmann. Er wisse, was passiere, wenn das Erbbaurecht auslaufe. Deshalb habe die Genossenschaft Erbaurecht abgelöst. „Seitdem können wir die Mieten stabil halten, ohne dass die Stadt alle zwei Jahre die Rate für das Erbbaurecht erhöht.“

    VNW-Direktor Andreas Breitner bescheinigte dem rot-grünen Senat in Hamburg eine ordentliche Leistung beim Wohnungsbau. Die große Mehrheit der Vermieter in der Hansestadt sei in Ordnung. Vermieter, die Mietwucher betreiben würden, müsse man ordnungsrechtlich zu fassen bekommen. Das unterstütze man. Allerdings seien die VNW-Unternehmen als Vermieter mit Werten von Mietwucher nicht betroffen. „Unsere Mitgliedsunternehmen sind gute Vermieter“, sagte Breitner,.

    Zum Auftakt der Veranstaltung hatte Anjas Tjarks, Vorsitzende der Grünen-Bürgerschaftsfraktion, erklärt, dass seine Partei bei der Gestaltung von Hamburgs Innenstadt mehr Fußgängerzonen, mehr Parks und eine nachhaltige Verkehrsberuhigung plane. Ein entsprechendes Innenstadtkonzept solle in das Regierungsprogramm aufgenommen werden. „Wir kann man die öffentlichen Räume gemeinsamer gestalten“, fragte Tjarks. Man wolle die Frage am Beispiel der Hamburger Innenstadt - „der Ort, der uns allen gehört“ - beantworten. 

    Nach den Worten von Hamburgs Zweiter Bürgermeisterin Katharina Fegebank geht es darum, die Stadt zu einem „offenen Ort für alle und der Vielfalt“ zu machen. Fegebank beklagte, dass die Fokussierung auf die Entwicklung der Hafencity zu einer Vernachlässigung der Innenstadt geführt habe. Es sei an der Zeit, den sich wieder auf die Entwicklung der Innenstadt zu konzentrieren. „Wir wollen die Innenstadt verkehrlich beruhigen und weitestgehend autofrei machen“, sagte die Politikerin.

    Aktuelle autofreie Straßen in der Innenstadt verdeutlichen bislang ungenutzt Möglichkeiten, beispielsweise das Kontorhausviertel unweit des Chilehauses oder das Ost- und Westufer der Binnenalters. Diese Gebiete sollen stärker für die Menschen mehr nutzbar gemacht werden. Das habe viel mit einer Mobilitätswende zu tun. „Wir wollen, dass sich die Hamburgerinnen und Hamburger der Innenstadt zuwenden.“

    Es gehe zum einen darum, den Durchgangsverkehr zur unterbinden und den ruhenden Verkehr zu reduzieren. Zum Anderen müssten Möglichkeiten zu Aufenthalt im Freien geschaffen werden. „Wir wollen die Hamburgerinnen und Hamburger in ihre Innenstadt zurückführen. Und die Innenstadt lebendig machen.“ An der viel befahrenen Ost-West-Straße sollten drei ebenerdige Fußgängerübergänge geschaffen werden, um den Verkehr zu beruhigen und eine bessere fußläufige Verbindung zwischen Hafencity und Innenstadt zu ermöglichen.

    Wohnungsbau spielte in der Rede von Katharina Fegebank nur am Rande ein Rolle. Da gebe es bereits reichlich Planungen, die man sich genauer anschauen wolle, sagte sie. Die Entwicklung der Innenstadt stehe nicht in Konkurrenz zu den städtebaulichen Programmen der Bezirke. Umweltsenator Jens Kerstan warb in einer Diskussionsrunde für ordnungsrechtliche Maßnahmen, um  den Anteil von Gründächern in Hamburg zu erhöhen. Die Zeit der Freiwilligkeit bei umweltpolitischen Maßnahmen im Gebäude- und Straßenbau sei vorbei. „Wir müssen jetzt da entschlossener werden“, sagte Kerstan.

    Der VNW vertritt in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 359 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 732.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,74 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.

    V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de