VNW - Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

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    Diskussion in Elmshorn

    VNW-Direktor Andreas Breitner trat im Rathaus von Elmshorn auf und machte deutlich, vor welchen Herausforderungen die Wohnungswirtschaft steht. 

    VNW-Direktor Andreas Breitner hat am Montagabend an einer Diskussionsveranstaltung im Rathaus von Elmshorn teilgenommen. Dabei verwies er darauf, dass um die Jahrtausendwende selbst Experten davon ausgegangen seien, dass Deutschland fertiggebaut sei. Deshalb sei seinerzeit kaum in den Bau von Wohnungen investiert worden. Darunter leide man heute, weil vor allem bezahlbarer Wohnraum fehle. „Wir brauchen Wohnungsbau und die Wohnungswirtschaft will Wohnungen bauen.“

    Schleswig-Holstein sei sehr heterogen, sagte Breitner weiter. Neben engen Wohnungsmärkten in Städten wie Kiel oder Lübeck und im Hamburger Speckgürtel gebe es auch Gebiete, wo die Nachfrage nach Wohnraum nicht so drängend sei. Es gebe daher keine einfache Lösung, die überall gelte.

    Der VNW vertrete als Verband der Vermieter mit Werten Wohnungsunternehmen, die sogenannte Bestandshalter seien. „Sie bauen Wohnungen, um sie über viele Jahrzehnte zu behalten und zu vermieten. Manche der VNW-Mitgliedsunternehmen existieren mehr als einhundert Jahre. Sie verhalten sich marktgerecht, aber sozial verantwortlich. Sie behalten ihre Wohnungen, sanieren und modernisieren diese. Erlöse werden in den Neubau investiert. Die durchschnittliche Kaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 5,62 Euro.“

    VNW-Direktor Andreas Breitner beklagte, dass sich zu viele Kommunen in Schleswig-Holstein auf den Neubau von Einfamilienhäusern konzentrierten. Das schade den Zentren und lassen sogenannte Donut-Dörfer entstehen. Auch außerhalb der größeren Städte Schleswig-Holsteins sei Geschosswohnungsbau sinnvoll. „Ich wünsche mir ein Wiederaufleben des Geschosswohnungsbaus, allerdings keine seelenlosen Kästen oder Monostrukturen. Es dürfen also die Fehler der 60er Jahre nicht wiederholt werden. Das Ziel auch beim Geschosswohnungsbau besteht darin, gut durchmischte Wohnviertel zu errichten.“

    „Die meisten Geschosswohnungen werden derzeit von VNW-Unternehmen errichtet“, sagte Breitner weiter. „Sie bauen sehr werthaltig, weil sie ihre Wohnungen über mehrere Jahrzehnte behalten. Und wenn sie am Anfang schlecht bauen würden, dann würde sie das bei der Sanierung einholen.“

    Der VNW-Direktor verwies auf die deutlich gestiegenen Baukosten in den vergangenen Monaten. Das hänge auch mit den fehlenden Kapazitäten in der Bauwirtschaft zusammen. Oftmals bekämen Mitgliedsunternehmen auf Ausschreibungen hin nur noch ein Angebot. Hinzu käme der Mangel an bezahlbaren Baugrundstücken. Wenn aber Grundstücke teuer verkauft würden, werde es schwierig, bezahlbare Wohnungen zu errichten.

    VNW-Direktor Andreas Breitner wehrte sich in der Diskussion gegen den Begriff Wohnungsnot. „Wir haben enge Wohnungsmärkte, aber Wohnungsnot, die sehe ich nicht.“ Dieses Wort erinnere ihn zu sehr an die bittere Zeit nach dem Ende des zweiten Weltkrieges.

    Mit Blick auf auslaufende Sozialbindungen sagte Breitner: „Ich sehe das nicht ganz so dramatisch, weil VNW-Unternehmen nach Auslaufen der Bindung nur sehr, sehr maßvoll die Miete erhöhten. Nichtsdestotrotz braucht es den Bau von öffentlich geförderten Wohnungen, weil es eine erhöhte Nachfrage gibt. Der große Engpass sind derzeit die Grundstücke. Auch in guten Lagen sollten geförderte Wohnungen errichtet werden können.“